The Cottage (GB 2008)

the-cottageHorror und Humor, eine bisweilen erstaunlich feste Bindung. Was könnte das Grauen oder die bizarre Gewalt in ihrem Auftreten besser relativieren, als übersteigerte Komik? Ein besonderes Händchen für die Fusion der Genres darf britischen Filmemachern attestiert werden, was Beiträge wie „Dog Soldiers“ oder „Severance“ trefflich unterstreichen. Mit „The Cottage“ offenbart Autor und Regisseur Paul Andrew Williams („London to Brighton“) seine Version der englischen Splatter-Posse und mischt munter klassischen Kriminalfilm mit Backwood-Slasher.

Die erste Hälfte hat mit Horror noch rein gar nichts am Hut. Smith steigt unvermittelt, wenn auch mit der nötigen Ruhe, in das verbrecherische Treiben der Brüder David (Andy Serkis, „King Kong“) und Peter (Reece Shearsmith, „Shaun of the Dead“) ein. Der erste ist Türsteher und quasi berufsmäßiger Ganove, der zweite ein ängstliches Weichei unter der Fuchtel seiner schwergewichtigen Gattin. Gemeinsam haben sie Tracey (Jennifer Ellison), die wehrhafte und ewig fluchende Tochter von Davids Boss, in die ländliche Abgeschiedenheit entführt. Mit dem Lösegeld wollen sie ihre Unabhängigkeit erlangen. Doch dann kommt alles ganz anders.

Bereits Vorspannmusik und Bildmontage offenbaren eine spielerische Note, mit der bekannte Motive des Gangsterfilms lustvoll aufbereitet werden. Das Tempo bleibt moderat, so dass zwischen Wortgefechten und allgegenwärtiger Dusseligkeit der Kidnapper noch immer genügend Zeit zur charakterlichen Ausstattung der Figuren bleibt. Das Ensemble, zu dem sich neben dem dritten Komplizen Andrew (Steven O´Donnell, „Die neun Leben des Tomas Katz“), Traceys minderbemitteltem Bruder, auch zwei asiatische, mit der Befreiung der Geisel betraute Ausputzer finden, agiert dabei mit sichtlichem Vergnügen.

Die Stimmung kippt, als David manch idiotischen Rückschlags später zu einer Telefonzelle aufbricht. Eine Gruppe kauziger Einheimischer, zu der auch „Pinhead“ Doug Badley zählt, warnt ihn vor nächtlichen Gefahren, die, als Tracey schließlich die Flucht gelingt, in Gestalt eines deformierten Landwirts prompt über sie kommt. Fortan werden Körper nach standesgemäßer Bauart des Horrors traktiert, was bald keinen der Beteiligten mehr unbeschadet belässt. Der Übergang zwischen absurder Komik und blutrünstigem Terror gelingt nicht ohne Reibungsverlust, unterhält ob der munteren Darsteller und der beachtlichen Kurzweil aber prächtig. Ein großer Spaß, nicht nur für Hartgesottene.

Wertung: (7 / 10)

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