The Call 3: Final (J 2006)

the-call-3-finalSchick das weiter oder stirb.

Die Hänseleien in der Schule machen Asuka (Maki Horikita, „The Deep Red“) schwer zu schaffen. Doch die Außenseiterin erträgt die dauerhaften Demütigungen. Eines Abends entdeckt sie eine Leidensgenossin, die der Pein nicht länger standhalten konnte und sich erhängt hat. Als sich Asuka dem leblosen Körper nähert, erklingt ein für den Zuschauer bekannter Handy-Klingelton. Und der verheißt nicht weniger als eine Todesbotschaft per Telefon.

Takashi Miikes „The Call“, als „Tödlicher Anruf“ 2008 in Hollywood neu verfilmt, war ungeachtet des deutlichen Fahrwassers von Vorreitern wie „Ringu“ oder „Ju-On“ ein respektabler Erfolg. Der mauen ersten Fortsetzung folgte 2006 eine weitere, die das ursprüngliche Prinzip und die Hintergrundgeschichte jedoch nur noch als losen Knotenpunkt für neuerliches Sterben durch Geisterhand aufkocht.

Auf einer Klassenreise nach Korea gibt es plötzlich Tote. Aus unerklärlichen Gründen kommen Schüler ums Leben, die zuvor vermeintliche Anrufe aus der Zukunft erhielten. Schnell macht das Gerücht eines Todesfluchs die Runde. Während Panik die Jugendlichen übermannt, konfisziert der Lehrer die Mobiltelefone seiner Schützlinge. Das Sterben jedoch geht unvermindert weiter. Emily (Meisa Kuroki, „Crows 0“) und ihr koreanischer Freund Jin (Yun-seok Jang), Lehrer für Gebärdensprache, gehen dem Phänomen auf den Grund.

Ein gewisser Reiz liegt in der Möglichkeit der Weiterleitung jener mit den Anrufen einhergehenden Textnachricht. Um den Tod von sich zu lenken, kann diese schlicht einer anderen Person zugewiesen werden. Die jedoch ist anschließend ganz sicher dem Tode geweiht. Die Drastik der Entscheidung sorgt für manch atmosphärische Spitze. Insgesamt aber geht TV-Regisseur Manabu Asô („Sky High“) nur den gewohnten Gang des japanischen Mystery-Horrors.

Lähmendem Entsetzen folgt wehrhaftes Stemmen gegen das schier unvermeidliche Schicksal und die schlussendliche Erforschung der Hintergründe. Scheinbar hat die rachsüchtige Asuka die schulische Hackordnung umgekehrt. Doch so einfach liegt der Sachverhalt nicht. Für solide Schocks, variable Arten des Ablebens und einen auf die Funktionstüchtigkeit des Internet (!) angewiesenen Geist ist „The Call 3: Final“ gut. Schwach gespielt und visuell ohne echte Reizpunkte, hinkt der formelhafte Teen-Grusel den Klassikern des Genres jedoch weit hinterher.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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