The Bouncing Souls – The Good, the Bad and the Argyle (1995, Chunksaah Records)

the-bouncing-souls-the-good-the-bad-and-the-argyleIn der Werkschau der BOUNCING SOULS wird ihr Debütalbum gern übersehen. Möglicherweise liegt es daran, dass ein beträchtlicher Teil der 12 Tracks den EPs „Argyle“ und „Neurotic“ entnommen wurde. Trotzdem ist „The Good, the Bad and the Argyle“, herausgebracht über das bandeigene Label Chunksaah Records, mehr als das bloße Recyceln bestehenden Liedguts. Das liegt einerseits an der transportierten Gemütslage des Gesamtwerks, das juvenile Rebellion zwanglos in die unfertige Form des Punk übersetzt, und andererseits an der ironischen Hommagierung der grellen Neunzahnachtziger. Dafür stehen, neben der Zitatsammlung „These Are the Quotes From Our Favorite 80’s Movies“, die Coverversionen von „Candy“ (mit Berufung auf Bow Wow Wow) und „I Know What Boys Like“ (THE WAITRESSES).

Natürlich ist die Scheibe von der späteren Professionalität weit entfernt und auch die Stimme von Frontmann Greg Attonito hat noch Luft nach oben. Doch ist es gerade die technische Unfertigkeit, die den Reiz von Titeln wie „I Like Your Mom“, „The Guest“, „Joe Lies (When He Cries)“, „Neurotic“ oder „Deadbeats“ in BLACK FLAG-Manier bis in die Gegenwart trägt. Als stärkster Beitrag zeichnet sich „Old School“ ab, bei dem die vier Schulfreunde aus New Jersey packend (und schwer rockend) mit Rhythmen und Dissonanzen spielen. Dass daneben längst nicht jeder Track zündet, bleibt verzeihlich. Immerhin bewiesen die BOUNCING SOULS bereits in dieser frühen Phase, dass es ihnen weder an Energie noch Spielwitz (siehe die New Wave-Verulke „Inspection Station“) mangelt. Konventionellen Formeln genügt das nicht – und bereitet gerade deshalb noch immer amtliches Vergnügen.

Wertung: (6,5 / 10)

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