The Bodyguard (T 2004)

the-bodyguard„Ong-Bak“ (2003) öffnete dem thailändischen Kino das Tor zur Welt. Mit steigendem Interesse beäugt der Westen seitdem die meist unter minimalistischen Produktionsbedingungen hergestellten Filme des Hongkong-Thronerbes. Neben dem Martial-Arts-Kracher „Born to Fight“ (2004) zieht in jüngerer Vergangenheit vor allem „The Bodyguard“ Aufmerksamkeit auf sich. Petchtai Wongkamlao („Killer Tattoo“) – der in „Ong-Bak“ den Weggefährten von Kontaktkämpfer Panom Yeerum mimte – führt sich darin der Tradition Jackie Chans verpflichtet als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller ein. Ein guter Film erwächst aus dieser Alleinverantwortung nicht.

Trotz erbitterter Gegenwehr kann Personenschützer Wongkom (Wongkamlao) den Tod einer schutzbefohlenen Wirtschaftsgröße nicht verhindern. Hinter dem Anschlag steckt ein leitender Mitarbeiter des Opfers, der die Macht über dessen Konzern an sich reißen will. Doch führt dieser Weg über das Leben von Chaichol (Piphat Apiraktanakorn, „Ta-Kien“), dem Sohn und Erben des Toten. Als ein Attentat auf sein Leben misslingt, taucht Chaichol in den Slums unter, wo er sich in die junge Pok (Pumwaree Yodkamol, „Ong-Bak“) verliebt. Für Wongkom wird die Suche nach dem Vermissten derweil zum Wettlauf mit der Zeit, hat sich doch längst ein Killerkommando an Chaichols Fersen geheftet.

„The Bodyguard“ ist die unnötig alberne und auf schale Coolness getrimmte Ein-Mann-Show des höchst uncharismatischen Petchtai Wongkamlao. Als Nebendarsteller war er in der Vergangenheit für kleine Höhepunkte gut, doch als Regisseur und Darsteller wirkt er meist überfordert. Die Action erscheint altbacken und schlecht geschnitten, der Humor uninspiriert und infantil. Der Maßanzug des unerschütterlichen Helden will ihm auch nicht recht stehen, was gerade seine unbeholfenen Akrobatikeinlagen zum zweifelhaften Vergnügen stempelt. „Ong-Bak“-Filmpartner Panom Yeerum – mittlerweile mit dem Künstlernamen Tony Jaa ausgestattet – tritt in einem kleinen Gastspiel in Erscheinung und darf der alten Zeiten Willen am Rande ein paar böse Buben vertrimmen.

Ernst nimmt sich „The Bodyguard“ nicht. Eine Komödie soll es sein, actiongeladen und übermütig. An Schusswaffengebrauch und Handgreiflichkeiten mangelt es nicht, ebenso wenig an comichaften Kalauern. Was fehlt ist schlicht ein bisschen Hirn, welches die zitatreichen Scherze über das Niveau einer in Petchtai Wongkamlaos blankem Hintern entleerte Wasserpistole trägt. Albernheit ist eben kein Indiz für Amüsement, spritzendes Blut kein Garant für stilisierte Todesballette. Zwischen Klamauk und Krawall stapft der hanebüchene wie chronisch witzlose Unfug durch die Gepflogenheiten des Hongkong-Kinos der Achtziger Jahre. Allerdings erweist sich auch diese Referenz als wenig gewinnbringend, waren dort doch zumindest die Darsteller akzeptabel.

Wertung: (3 / 10)

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