The Black Demon (MX/DO 2023)

„This is mother nature holding us accountable.“ – Chato

Viele ehemals gestandene Hollywood-Schauspieler stranden irgendwann im Tier-Horror-Segment. In „The Black Demon“ ist es an Josh Lucas („Poseidon“), sich eines Killer-Hais zu erwehren, der obendrein von einer übernatürlichen Aura umgeben ist. Denn der schwarze Megalodon, so wollen es die Einheimischen einer Küstenregion an der mexikanischen Baha California, ist der Gesandte eines zürnenden Regen-Gottes, der die Menschen für ihre Umweltsünden büßen lässt. Darin findet sich ein urtümliches Thema, das dem Genre seit den 1970ern anhaftet: Die Rache der Natur. 

Im Schmalspurschocker von „Rambo: Last Blood“-Regisseur Adrian Grunberg gibt eine marode Bohrinsel Anlass der gewaltsamen tierischen Intervention. Die hat auch massive wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf die Küstenregion. Der von Lucas gespielte Paul Sturges, der besagte Bohrinsel für den verantwortlichen (und selbstredend bewährt skrupellosen) Konzern auf Sicherheitsmängel untersuchen soll, staunt mit Gattin Ines (Fernanda Urrejola, „Narcos: Mexico“) jedenfalls nicht schlecht, als er den Niedergang des einst blühenden Örtchens bezeugen muss. Zur Tristesse passt, dass die verbliebenen Einheimischen auswärtigen Mitmenschen bevorzugt argwöhnisch gegenüberstehen. 

Für Paul verwandelt sich die Routineinspektion der Bohrplattform in einen Alptraum, als er nach holpriger Anreise erkennen muss, dass der Riesenhai die letzten beiden auf der Station befindlichen Arbeiter, Chato (Julio Cesar Cedillo, „Sicario“) und Junior (Jorge A. Jimenez, „Narcos“), fortwährend terrorisiert und mehr noch versucht, die Bohrinsel zu versenken. Flucht scheint unmöglich und als nach einem Disput mit einem aufdringlichen Einheimischen auch Ines mit den beiden gemeinsamen Kindern zu den Festsitzenden stößt, geht es für Paul um viel mehr als nur das eigene Überleben. 

Bereits der Aufhänger mit dem mythischen Ur-Hai, der seine Opfer mit Visionen quält, lässt „The Black Demon“ unnötig übertrieben erscheinen. Denn für XXL-Schrecken war offenkundig kein Geld da, selbst wenn die Computertricks ordentlich gestaltet sind. Die verzweifelte Suche nach einem Ausweg wird durch eine an der Bohrinsel befestigte Bombe erschwert, die unmittelbar mit Pauls Anwesenheit zusammenhängt. Das führt zu (ausreichend protokollierten) Geheimnissen in seiner Vergangenheit, die den dramatisch aufgebauschten Schlussakt weit vorweg erahnen lassen. Damit bleibt es bei typisch unterdurchschnittlichem Tier-Terror mit mehr Drama als Nervenkitzel. Da hilft auch kein ehemals gestandener Hollywood-Schauspieler weiter. 

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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