The Beasts Are on the Streets – Rettet die Bestien (USA 1978)

the-beasts-are-on-the-streetsWenn im Film Gefahr durch Tiere droht, werden diese meist bekämpft und ausgemerzt. Doch es gibt Ausnahmen. Eine ist der Ozploitation-Beitrag „Dark Age“, eine andere die US-Fernsehproduktion „The Beasts Are on the Streets“. Bei der, übrigens gedreht von Peter R. Hunt, der bei den James Bond-Abenteuern mit Sean Connery als Cutter fungierte und „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ selbst inszenierte, verabschieden sich zahlreiche Bewohner eines Wildgeheges in die nahe Stadt. Doch anstatt – wie etwa bei „Wild Beasts“ – exploitativem Horror die Käfigtür zu öffnen, bemühen sich die Wildhüter (u.a. „Miami Vice“-Star Philip Michael Thomas) um die Unversehrtheit der flüchtigen Viecher.

Dies edle Bestreben unterstreicht auch der deutsche Titel „Rettet die Bestien“, unter dem das rare Werk vor Äonen vereinzelt im hiesigen Privatfernsehen ausgestrahlt wurde. Eine offizielle Veröffentlichung gibt es weltweit bislang nicht. Das ist bedauerlich, denn auch wenn der Streifen nicht zwingend Bäume ausreißt, so ist er dem klassischen Tier-Horror doch willkommenes Kontrastprogramm mit gestandenem Unterhaltungswert. Die Familientauglichkeit mag auch der Beteiligung von Trickfilm-Tycoon Joseph Barbera („Die Familie Feuerstein“) als Produzent geschuldet sein.

Die Herleitung des Verkehrsunfalls, der zur Zerstörung der äußeren Umzäunung des Parks führt, ist so überdehnt wie unglaubwürdig. Zwei Redneck-Rowdys bedrängen einen Trucker mit prolliger Fahrweise und Gewehrlauf so vehement, dass dieser schließlich die Kontrolle über seinen Tanklastzug verliert und einer Vielzahl an Tieren die panische Flucht ermöglicht. Claire McCauley (Carol Lynley, „Die Höllenfahrt der Poseidon“), Veterinärin aus Leidenschaft, und der mit ihr liierte Wildhüter Kevin Johnson (Dale Robinette) setzen fortan alles daran, die flüchtigen Geschöpfe einzufangen und die überforderten Polizeikräfte von munterem Scheibenschießen abzuhalten.

Die Darstellung echter Tiere zeigt Wirkung und führt, wie etwa bei der Verfolgung eines Tretbootes durch einen Bären, zu manch humorigem Einschlag. Dem gegenüber stehen die Rednecks, die mangelnden Respekt vor der Natur symbolisieren und die Situation nur zu gern für eine Jagdsession nutzen. Die Hintergründe der (Haupt-)Figuren bleiben dramaturgisch fade, dafür entschädigen Aufwand und Güte der Tierszenen. Ein bisschen Spannung kommt gegen Ende auf, wenn ein von Claires Tochter Sandy (Michelle Walling) aufgegriffenes Löwenjunges das Muttertier anlockt und ins städtische Krankenhaus führt. Politisch korrekt, moralisch simpel und erfreulich wenig reißerisch – keinesfalls perfekt, aber definitiv eine Entdeckung wert.

Wertung: (6 / 10)

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