Texas Chainsaw Massacre 4: Die Rückkehr (USA 1994)

texaschainsawmassacre4„You gotta threw in a little somethin’ extra to let ’em know it ain’t Saturday morning cartoons.” – Mit Spaß am Psycho-Terror: Vilmer

Nachdem das „Texas Chainsaw Massacre“ 1990 eine zwar späte, im konventionellen Rahmen aber doch brauchbare zweite Fortsetzung nachgereicht bekam, folgte vier Jahre später der Fall ins Bodenlose. Warum dieser Affront gegen Tobe Hoopers bahnbrechenden Ursprung, ausgerechnet geschrieben und inszeniert vom Autor des Originals Kim Henkel, nicht längst in Vergessenheit geriet, liegt wohl vor allem an der Mitwirkung der späteren Hollywoodstars Renée Zellweger, für ihre Performance in „Cold Mountain“ 2004 Oscar-prämiert, und Matthew McConaughey („Ed TV“). Dass beide nach dieser filmgewordenen Frechheit überhaupt noch Rollen ergatterten, grenzt fast an ein Wunder.

Es ist im Horrorgenre keine Seltenheit, dass spätere Schauspielgrößen erste Gehversuche in anspruchslosen B-Filmen unternehmen. Nicht jeder hat dabei das Glück eines Kevin Bacon, der im ersten „Freitag der 13.“ Gewaltsam aus der Handlung schied und Teil eines Klassikers wurde. Jennifer Aniston hingegen dürfte den Auftritt in „Leprechaun“ nicht gerade mit Stolz in ihrer Vita tragen. Eines der krassesten Beispiele aber bleibt „Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr“, in dem die Zellweger mit Backfisch-Fensterglasbrille und McConaughey mit ferngesteuerter (!) pneumatischer Beinstütze immer neue qualitative Niederungen ausloten.

„No, he’s out there with a chain saw. No, he had a chain saw. He was chasing me with a chain saw.” – Versteht nur Kettensäge: Jenny

Grundlegend folgt Henkel den Spuren des Originals, was den Film mehr in Richtung Neuverfilmung denn klassischer Fortsetzung rückt. Selbst der Tod am Fleischerhaken wurde übernommen. Nur wird die unberechenbare Intensität des Originals einer bunten Trivialität mit comichaften Gewaltspitzen geopfert. Die Darstellung der degenerierten Hillbilly-Sippschaft um Kettensägen-Schwinger Leatherface (Robert Jacks) nähert sich so der überspitzten Darstellung von Hoopers erstem Sequel an. Nur eben bar jeder Überzeugungskraft, wenn die von der Zellweger gespielte Jenny mit drei todgeweihten Begleitern am Abend des Schulabschlussballs in die Pampa düst.

Nach einem Unfall geraten sie an den sadistischen Abschlepper Vilmer (McConaughey), den zur trashigen Tunte degradierten Leatherface und den geschichtsträchtige Zitate absondernden W.E. (Joe Stevens, „Hoboken Hollow“). Die Figuren bewegen sich nah am Rande der Parodie. Nur ist dem Zuschauer einfach nicht nach Lachen zumute. Lächerliche Dialoge, heillos chargierende Darsteller und ein Skript, das Sinnentleerung zur Prämisse erhebt, unterfüttern diese unglaublich schlechte Entschuldigung für einen Horrorfilm. Statt Atmosphäre setzt es Peinlichkeit, wenn Jenny im Kunstnebel-verhangenen Wald von einer Plastiktüte attackiert wird. Für die Hauptdarsteller bleibt es eine Jugendsünde der übelsten Sorte – und für den Zuschauer Schund nah am Rande der Unerträglichkeit.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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