Ten Foot Pole – Insider (1999, Epitaph Records)

tenfootpoleinsiderSie können auf einen durchaus bewegten Werdegang verweisen und traten doch nie aus dem Schatten der großen amerikanischen Vertreter des Melody-Core heraus. Die Rede ist von TEN FOOT POLE, die unter dem Namen SCARED STRAIGHT bereits seit den frühen Achtzigern dem Hardcore-Punk frönten. Mit der Namensänderung, der Sage nach auf einer Tour in Deutschland vollzogen, erfolgte die Öffnung in Richtung des zunehmend populären melodischen Punk-Rocks. Die ersten beiden Alben und eine Split-EP mit den SATANIC SURFERS wurde noch in alter Besetzung eingespielt. Danach begann die Zeit des Umbruchs.

Sänger Scott Radinsky konzentrierte sich voll auf seine Karriere als Baseball-Profi (seinerzeit bei den Chicago White Sox) und stieg 1995 aus, gründete im gleichen Jahr jedoch ungeachtet der sportlichen Laufbahn PULLEY. Gründungsmitglied Dennis Jagard übernahm fortan den (deutlich klareren) Gesang und für zwei Platten heuerten TEN FOOT POLE bei Epitaph an. Deren letzte, „Insider“ (´99), bedeutete für die immer wieder von Besetzungswechseln geplagte Band einen spürbaren Push und bescherte ihnen viele neue Fans. Live konnte man sich davon u.a. während der gut besuchten Europa-Frühjahrstour ´99 mit BUCK WILD und UNDECLINABLE AMBUSCADE überzeugen.

Dabei hatten sie manch veritablen neuen Hit im Gepäck, allen voran den Opener „The Getaway“ oder „Nothing to Lose“. Doch „Insider“ überzeugt trotz schicken Melodien und ansprechendem Tempo nur phasenweise. Wo Songs wie „Hammering Out the Details“ oder „I Won´t Complain Today“ mit ihren dezenten Hardcore-Beigaben von den härteren Anfangstagen künden, wirken Nummern wie „Another Half Apology“, „I Got Your Letter“ oder „Still Knee Deep“ schlicht austauschbar und ohne rechten Schmiss. Bis 2004 folgten zwei weitere Platten. Spürbare Akzente konnten die Kalifornier aber nicht mehr setzen. Trotz gerechtfertigter Sympathiewerte sind sie eben doch nur eine Combo unter vielen.

Wertung: (6 / 10)

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