Teenage Bottlerocket – Total (2005, Red Scare Industries)

teenagebottlerockettotalDie Steigerung von eingängig kann nur TEENAGE BOTTLEROCKET lauten. Pop-Punk mag für manche ein kaum dehnbarer Begriff sein, doch was das Quartett aus Wyoming seit etwa zehn Jahren damit verbindet bzw. daraus macht, nennt man dann wohl (Pop-)Punk in Reinkultur. Vor allem hat dies nichts mit all den hippen Trendbands aus den Charts zu tun. Die RAMONES tragen sie unweigerlich im Herzen, THE LILLINGTONS zieren ihre Vita und mit einer Band wie CHIXDIGGIT könnte man sie locker auf Tour schicken. Mittlerweile dockte die Band bekanntlich bei Fat Mike an, doch gerade ihr 2006er Album „Total“, auf dem sich mühelos Hit an Hit reiht, sollte man auf dem Schirm haben.

Das die Jungs musikalisch eher einfach gestrickt sind, fällt schnell auf. Dafür sind aber die Melodien jederzeit auf ihrer Seite. Unzählige OhOhOh-Chöre im Opener „Radio“ und auch das folgende „So Cool“ mögen keinem Diskurs im Buchclub standhalten. Dafür ist das Tempo ordentlich, die bereits genannten Melodien sitzen wie eine eins und klarer, teils mehrstimmiger Gesang bahnt sich butterweich seinen Weg in die Gehörgänge. Aus all den kleinen wie großen Highlights stechen wohl „Stupid Games“ und das ähnliche „Lost In Space“ hervor. Für die kräftigeren Songs ist Ray Carlisle zuständig („A Bomb”, „Veronica”), während die hypermelodischen, klaren Parts auf das Konto von Kody Templemen gehen, der seine Sporen seinerzeit bei THE LILLINGTONS verdiente und der mit seinem Einstand hier die neue Marschrichtung der Band vorgibt.

Fäuste recken und mitgrölen ist bei „Blood Bath At Burger King“ erwünscht, einem ihrer wohl unbestritten besten Songs überhaupt, der den hohen Melodiestandard sogar nochmals locker toppt. Muss man da mehr sagen? Wohl kaum, aufdrehen und genießen lautet die Devise. Denn eingängiger und melodischer geht es im Punk-Rock kaum zu.

Wertung: (9 / 10)

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