Team Stereo – Team Stereo (2016, Redfield Records)

Es bringt Vorteile mit sich, als Band ein Label hinter sich zu wissen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun Eigner oder Mitarbeiter ist. Denn da ist niemand, der Druck ausübt, keiner, der die Dringlichkeit eines neuen Outputs betont. Im Falle von TEAM STEREO heißt das Label Redfield Records. In dessen Anfangstagen stand vornehmlich Emo auf dem Programm, transportiert von emsigen Legaten des Kalibers THAT VERY TIME I SAW. Dass sich die Düsseldorfer auf ihrem selbstbetitelten, 2016 veröffentlichten Albumdebüt dem Geist jener Anfangstage – und damit verbunden gleichsam einer Vielzahl an US-Vorreitern – nähern, verheißt eine sympathische Zeitlosigkeit des Sounds.

Den versprühen die elf Tracks denn auch vom Fleck weg. Indie-Rock trifft (Pop-)Punk, mit unterschwellig melancholischer Ader, (meist) klarem Gesang und stimmigen Tempowechseln. Das Nebeneinander von laut und leise, zurückgenommen und forsch nach vorn getrieben, gefällt und bietet u. a. mit dem lässigen „Honesty (Without Words)“, „Doctor Plasma“ oder dem von partiellem Schreigesang (mit Unterstützung von KMPFSPRT-Sänger Richard) begleiteten „Gotham“ ausreichend starke Momente. Dass die Platte ausgereift erscheint, liegt wohl auch daran, dass TEAM STEREO die Songs nach erfolgter erster Aufnahme durch unerklärlichen Datenverlust weitgehend neu einspielen mussten. Dabei offenbart bereits das Cover der übereinandergelegten Mitglieder, dass hier eine fest verbundene Einheit am Werk ist. Und auch wenn sie von Label-Seite nicht zu weiteren Platten gedrängt werden: willkommen sind sie allemal.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top