Team America: World Police (USA 2004)

teamamericaEs ist eine hässliche Welt. Terroristen überall. Die Freiheit der Welt und Amerikas ist in Gefahr. Doch Gott sei Dank gibt es das „Team America“ – eine Spezialeinheit von Top-Spezialisten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, in tollen rot-weiß-blauen Kostümen die Welt und Amerika vor dem drohenden Übel zu retten. Alles beginnt in Paris wo mehrere üble Bart- und Turbanträger eine Massenvernichtungswaffe gegen die friedliche Bevölkerung des possierlichen Ländchens Frankreich einsetzten wollen, um alles dem Erdboden gleich zu machen.

Ein Einsatz für „Team America“. Die Kameltreiber werden gestoppt, die Kollateralschäden (Eiffelturn, Louvre, etc.) billigend in Kauf genommen. Doch dann passiert etwas unerwartetes: Ein Terrorist ist noch nicht so tot, wie er sein sollte und reißt ein Teammitglied mit ins Jenseits. Dieses muss nun ersetzt werden.

New York: In einem Musical am Broadway rekrutiert der Team-Koordinator den Schauspieler Gary Johnson. Dieser wird nun geschickt als Araber verkleidet und soll sich in ein Treffen von Terroristen in Kairo einschleichen. Man munkelt, es solle ein Anschlag verübt werden, der wie ein 100facher 9/11 einschlagen würde. Doch einige zerstörte Pyramiden und Tempel später ist die Welt wieder sicher – vorerst. Denn der Kopf hinter den finsteren Plänen ist noch nicht gefasst.

Politisch inkorrekt, laut und irgendwie eklig – so kennt und liebt man Trey Parker und Matt Stone. Ihre Kultserie „South Park“ hat mittlerweile die achte Staffel erreicht und über die Zeit nichts von ihrer Bissigkeit verloren – im Gegenteil. Ähnlich wie die „Simpsons“ spiegelt der Mikrokosmos der Kleinstadt in Colorado alles wider, was in der amerikanischen Kultur und Gesellschaft wichtig ist – von Tabakkonzernen über „Die Passion Christi“ bis hin zu Paris Hilton. Nur zu logisch, dass die Macher irgendwann den Schritt aus South Park hinaus in die Welt wagen würden. Dieser Schritt ist „Team America“.

Statt Bastelpapierfiguren sind es jetzt Marionetten – sonst hat sich eigentlich nicht viel geändert. Ob es nun eine Vereinigung gefährlich-liberaler Schauspieler um Sean Penn, Tim Robbins und Alec Baldwin ist, die sich den schönen Namen F.A.G. geben, oder Michael Moore, der sich als Selbstmordattentäter in die Luft sprengt – wer „South Park“ kennt und liebt, wird sich schnell heimisch fühlen. Eigentlich fehlt nur eine kleine Figur in rotem Parker, die auf kreative Weise über den Jordan geschickt wird.

Sicher, viele Ideen sind nicht gerade neu und der Film hat auch deutliche Längen. In seinen stärksten Momenten macht er diese aber stückweise wett. Musical-Einlagen über AIDS oder Textzeilen wie „Ich brauche Dich mehr als Ben Affleck einen Schauspielkurs“ versöhnen den gewogenen Zuschauer. Wer mit anarchistischem und fäkalem Humor nichts anfangen kann, wird diesen Film wahrscheinlich nie zu schätzen wissen oder sich überhaupt amüsieren. Wer das Niveau aber ruhig mal schleifen lassen kann und fickende Marionetten für eine durchaus amüsante Idee hält, wird sich für knapp hundert Minuten über diesen Mix aus der Augsburger Puppenkiste und dem A-Team freuen können.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top