Taranteln – Tödliche Fracht (USA 1977)

tarantelnfrachtWährend der wilden Siebziger rebellierte die Tierwelt in scheinbar jedem kleinstädtischen Winkel der USA. In „Taranteln – Tödliche Fracht“ ist es an der Einwohnerschaft des Kalifornischen Finleyville, sich von Kaffeeschmugglern aus Südamerika eingeflogenen Giftspinnen zu erwehren. Der Fair Trade-Gedanke war den beiden Hobbypiloten, einer gespielt von Tom Atkins („The Fog“), fremd, als sie in Costa Rica zum Spottpreis Qualitätsbohnen einkauften, die Obrigkeit schmierten und mit drei zahlungswilligen Migranten im Laderaum gen Heimat abhoben.

Die in den Kaffeesäcken verborgenen Arachniden pisacken erst die Auswanderer und zwingen, nachdem auch die Schmuggler von Toxinen übermannt wurden, das Flugzeug zur Bruchlandung. Zu ebener Erde hat die örtliche Feuerwehr um den schneidigen Souverän Springer („Sheriff Lobo“ Claude Akins) bald alle Hände voll zu tun, Leichen zu bergen, austretenden Kraftstoff vor der Entflammung zu bewahren und Plünderer von der Aufstockung der heimischen Kaffeevorräte abzuhalten. Ungesehen davon stehlen sich in der Zwischenzeit die achtbeinigen Verantwortlichen.

Der solide in Szene gesetzte TV-Film entspricht mehr gängigen Katastrophenfilm- als Tierhorror-Klischees – obwohl die Grenzen in diesen Sujets bekanntermaßen fließend ineinander greifen. Denn wieder steht das wohl der provinziellen Gemeinschaft hinter den wirtschaftlichen Interessen Einzelner, hier ist es der ortsansässige Orangengroßfarmer, zurück. Der alternde Arzt Hodgins (Pat Hingle, „Hängt ihn höher“) muss somit erst den Vergiftungstod verschiedener Menschen feststellen, ehe der pelzigen Gefahr mit vereinten Kräften die Stirn geboten wird.

Spannend, geschweige denn aufregend ist der folgende Kampf nicht. Den im Obstlager zusammengerotteten Spinnen wird schließlich mit einem Wespenschwarm zugesetzt, dessen Fluggeräusche über ein Lautsprechersystem verstärkt wiedergegeben werden. Was auch sonst? Immerhin aber ist man bei der Zuspitzung der Katastrophe um Konsequenz bemüht, was selbst Kindern keine genetisch bedingte Überlebensgarantie zusichert. Sieht man wohlwollend über die dramaturgischen und logischen Mängel hinweg, bleibt ein gediegener und durchaus ansprechend besetzter Öko-Thriller. Mehr allerdings auch nicht.

Wertung: (5 / 10)

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