Taking Back Sunday – Tidal Wave (2016, Hopeless Records)

tbstidalDie Emo-Core Welle der 00-er Jahre ist schon lange vorbei geschwappt. Geblieben sind in erster Linie die Hits dieser Zeit. TAKING BACK SUNDAY gehörten (wenigstens) mit ihren ersten beiden Alben zu den Vorreitern dieses schnell gewachsenen und ebenso schnell verblassten Subgenres. Mit „Tidal Wave“ – dem bereits siebten Album – unternimmt die Band einen abermaligen Anlauf, nicht komplett in der Versenkung zu verschwinden. Die Fallhöhe ist nach einigen Jahren abseits der großen Spots sicherlich überschaubar geworden und ein Lucky Punch durchaus im Bereich des Möglichen. Das Ergebnis fällt jedoch eher bescheiden aus, wenngleich die Mannen um Frontmann Adam Lazarra ein paar Überraschungen in petto haben.

Vor allem anfangs kann „Tidal Wave“ durchaus Reizpunkte setzen. Der Opener „Death Wolf“ entfacht zwar keine überschwänglichen Gefühlsregungen, erinnert aber zumindest an das gesangliche Wechselspiel alter Tage. Der recht punkige wie eingängige Titeltrack mit RAMONES Schlagseite ist eines der Highlights des Albums. Denn derart locker und unbekümmert klingt das Album dann kaum mehr. Auch „You Can´t Look Back“ überzeugt in erster Linie mit einem eingängigem Refrain und gewissem Hitpotential. Die mit Streichern durchzogene Midtempo-Nummer „Fences“ markiert dann früh eine Art Wendepunkt. Mit „All Excess“ oder „Call Come Running“ gibt es allenfalls belanglosen Alternative-Rock zu hören. Das viel zu langsame „I Feel It Too“ ist zwar um einen gewissen Spannungsbogen bemüht, allerdings will der gefühlsbetonte Ausbruch Lazarra´s einfach nicht kommen.

Es ist wohl immer noch die Hoffnung, dass TAKING BACK SUNDAY ein krachendes Comeback gelingt. „Tidal Wave“ ist dies trotz anfänglicher positiver Signale leider nicht. Die Songs wirken stellenweise zu verspielt und zu wenig auf den Punkt gebracht. Der so typische Wechselgesang findet kaum statt und auch Lazarra wirkt häufig wie an Ketten gelegt. Mehr wäre möglich gewesen, aber im Endeffekt werden die Erwartungen nur bestätigt. Leider muss man sagen.

Wertung: (5 / 10)

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