Mockumentary

  • David Brent: Life On the Road (GB/USA 2016)

    Der „Boss From Hell“ ist zurück. Mehr als 15 Jahre sind vergangen, seit die finale Folge des Golden-Globe-prämierten BritCom-Klassikers „The Office“ über die Bildschirme flimmerte. Seitdem hat sich viel getan. Das Mockumentary-Format wurde in verschiedenen Ländern adaptiert, u. a. den USA, Frankreich und Deutschland („Stromberg“), während Serienerfinder und Hauptdarsteller Ricky Gervais („Derek“) zum Star wurde….

  • How to Catch a Monster – Die Monster-Jäger (USA 2014)

    „It’s not found footage. It’s footage footage.“ – Überzeugt mit Echtheit: Adam Green Found Footage-Filme spielen mit der Realität. Der dokumentarische Charakter suggeriert Authentizität, auf deren Buckel mit alltäglicher Beiläufigkeit und heftig geschüttelter Kamera das Grauen entfesselt wird. Seit dem Sensationserfolg „Blair Witch Project“ (1999) ist das Konzept salonfähig. In den vergangenen Jahren sprossen artverwandte…

  • The Bay (USA 2012)

    Wer glaubte, dem Found Footage-Horror wären keine neuen Perspektiven mehr abzuringen, wird vom Oscar-prämierten Regisseur Barry Levinson („Rain Man“) eines Besseren belehrt. Der von ihm gedrehte und mit „Paranormal Activity“-Schöpfer Oren Peli auch produzierte Öko-Thriller „The Bay“ präsentiert im Sinne politischer Online-Aufklärungsarbeit Leaked Footage-Grusel mit mannigfaltigen Realitätsbezügen. Autor Michael Wallach verleiht der Geschichte gesteigerte Brisanz,…

  • I’m Still Here (USA 2010)

    Früh kam der Verdacht auf, der Rückzug von Schauspieler Joaquin Phoenix („Walk the Line“) aus dem Filmgeschäft wäre fingiert. Exzentrische Wesenszüge und Verhaltensweisen sind bei Prominenten nichts Ungewöhnliches, sondern fester Bestandteil im Buhlen um öffentliche Wahrnehmung. Sie prägen einen Starstatus, der den eigentlichen Menschen hinter die relative Kunstfigur im Rampenlicht zurückdrängt. Phoenix‘ Ankündigung, sich künftig…

  • Troll Hunter (N 2010)

    Das Mystery-/Horror-Subgenre des Found Footage-Films schöpft seinen Reiz aus dem dokumentarischen Charakter. Die Bilder gaukeln eine Wahrheit vor, die der Zuschauer als solche zu akzeptieren hat. Genau dort aber liegen Chance und Gefahr unweigerlich beieinander. Denn ist das in Handkamerabildern präsentierte Szenario ungeachtet des möglicherweise phantastischen Rahmens unglaubwürdig oder die Charakterisierung der darin eingebetteten Figuren…

  • Exit Through the Giftshop (GB/USA 2010)

    Wer ist Banksy? Der berühmte britische Street-Art-Künstler macht aus seiner Identität ein großes und wohl behütetes Geheimnis. Immerhin bewegt sich die Platzierung seiner Werke im öffentlichen Raum meist in einer rechtlichen Grauzone. „Exit Through the Gift Shop“ ist ein Dokumentarfilm von Banksy und in Teilen auch über ihn. Doch der eigentliche Antrieb des Werkes ist…

  • Der letzte Exorzismus (USA 2010)

    Dokumentarische Horrorfilme haben Konjunktur. Der ungeahnte Erfolg des modernen Klassikers „Blair Witch Project“ (1999) begründete eine Welle von Genrewerken, die sich der Illusion des Authentischen verschrieben haben. Die Selbstbeschränkung der formalen Möglichkeiten durch den Einsatz der Handkamera bedeutet den Gewinn einer kreativen Freiheit, die Stereotypen erfolgreich überwindet. Der Schrecken wird vom Ballast der Vorhersehbarkeit befreit…

  • [Rec] 2 (E 2009)

    Aus Zombies werden Besessene: In der Fortsetzung des spanischen Low Budget-Phänomens „[•Rec]“ verändern die Regisseure Jaume Balagueró („Darkness“) und Paco Plaza („Romasanta“) die Vorzeichen. Statt eines Virus wütet plötzlich ein Dämon durch das hermetisch abgeriegelte Wohnhaus, was die Infizierung via Tröpfchenübertragung doch dezent absurd erscheinen lässt. Überhaupt beschädigen die Mühen um eine atmosphärisch schmissige Erweiterung…

  • King of B-Movies (USA 2000)

    In seiner Jahrzehnte währenden Karriere hat er über 400 Filme gedreht, römische Zahlen als Fortsetzungsindex („World War III II“) etabliert und Unterhaltung stets mit gesellschaftspolitischen Kontexten verknüpft. Wie in „Bald Justice“, einem ungemein bedeutenden Werk zum Thema glatzköpfige Vigilanten. Die Rede ist von Morty Fineman, einem Schundfilmer von beinahe legendärem Ruf. Hollywood-Größen wie Produzent Roger…

  • Horst Schlämmer – Isch kandidiere! (D 2009)

    Der Bundestagswahlkampf zeichnet sich im Superwahljahr 2009 nicht gerade durch herausragenden Einsatz der Parteien aus. Die Kanzlerin scheut jede öffentliche Debatte und lässt Herausforderer Steinmeier mit seiner absurden Vollbeschäftigungsprophezeiung im Abseits stehen. Fast scheint es, als habe die partielle Politikverdrossenheit der Bürger auch die Regierenden erfasst. Nur gut, dass es Horst Schlämmer gibt. Der stellvertretende…

  • Brüno (USA 2009)

    Das Spiel mit Fassungslosigkeit und Entsetzen, Fremdscham und entlarvenden Tabubrüchen ist das Erfolgsrezept von Sacha Baron Cohen. Mit seinen Kunstfiguren hält der britische Komiker der (nicht allein) amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vor, der sie als unbequeme Fratze implementierter Vorurteile und kultureller Selbstherrlichkeit reflektiert. Zwei Jahre nach dem kasachischen Reporter Borat zieht nun der schwule Österreicher…

  • [Rec] (E 2007)

    Früher war „Blair Witch Project“ das Maß aller Dinge im minimalistischen Schrecken der subjektiv geschwenkten Handkamera. Heute ist das anders, die Effekte haben auch in diesem Metier Einzug gehalten. Von einer direkten Schlichtheit sind die Bilder noch immer ergriffen. Nur finden sich mittlerweile auch in ihnen Tricks und Kniffe, deren aufwändige Erstellung das Budget in…

  • Cannibals – Welcome to the Jungle (AUS/USA 2007)

    Der verstörende Blick auf die Abgründigkeit fremder Kulturen bescherte dem Kannibalen-Film in den siebziger Jahren reges Interesse. Angefacht durch die dokumentarischen Schnipselcollagen des Mondo-Kinos durfte das Publikum, zwischen Faszination und Ekel in die Sessel gepresst, auf voyeuristischen Wegen das Glück der Leichtigkeit des eigenen Seins erfahren. Zumindest im Vergleich zu denjenigen Protagonisten, die da auf…

  • Behind the Mask (USA 2006)

    Die Anatomie des Slasherfilms Das Dasein eines manischen Serienkillers erfordert harte Arbeit. Körperliches Training, Observation potenzieller Opfer, Vorbereitung der Tatorte. Nichts darf dem Zufall überlassen werden. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, womit die Jasons und Freddys eigentlich ihre Tage füllen. Was tut ein übernatürlicher Kinomörder nach dem Aufstehen? Was isst er zum Frühstück?…