Jonas Akerlund

  • Polar (USA/D 2019)

    Netflix produziert Filme am laufenden Band. Wie viel dafür – und das nachgelagerte Marketing – finanziell aufgewendet wird, bleibt das Geheimnis des Streaming-Riesen. Dessen Vertriebsweg hat eine neue Ära der Unterhaltungsindustrie eingeläutet und dürfte mittelfristig auch Kinoproduktionen erfassen. Bis es soweit ist, muss sich Netflix mit dem dreifach Oscar-prämierten Prestigeprojekt „Roma“ (2018) begnügen. Denn bei…

  • Horsemen (USA 2009)

    Polizisten in abgründigen Thrillern unterstehen dem Gesetz. Nicht der Jurisdiktion des Staatsapparates, sondern einer Gesetzmäßigkeit der Klischees. Diese fordert Spurensuche bei Dunkelheit ausschließlich im Schein einer Taschenlampe, damit die düstere Grundstimmung adäquat unterstrichen bleibt. Auch muss der arbeitswütige Hauptermittler psychologisch vorbelastet sein und den Narben auf der Seele durch Drei-Tage-Bart und Übermüdungserscheinung Ausdruck verleihen. Formeln…

  • Spun (USA/S 2002)

    Based on the truth…and lies Der Drogenfilm hat sich in den vergangenen Jahren, bedingt durch den Erfolg von Danny Boyles groteskem Junkie-Drama „Trainspotting“, zunehmend als Independent-Subgenre etabliert. Zwischen melodramatischer Realitätsbeschaffenheit und verklärter Fäkalfiktion entstanden solch differente Werke wie Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas“ oder Darren Aronofskis „Requiem for a Dream“. Mit „Spun“,…