Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen (USA 2002)

sweet-home-alabamaModedesignerin Melanie Carmichael (Reese Witherspoon) hat eigentlich alles, was sich die moderne Frau von heute wünschen kann. Der berufliche Durchbruch ist gelungen und der Mann an ihrer Seite sieht nicht nur gut aus, er ist auch der Sohn der Bürgermeisterin von New York und somit finanziell unabhängig. So hält eben jener Andrew (Patrick Dempsey), um ein Beispiel seiner Perfektion zu demonstrieren, eines Abends in einem geschlossenen Nobel-Geschäft um die Hand von Melanie an. Den Ring darf sie sich bei unzähligen Verkäuferinnen ganz in Ruhe und fern vom öffentlichen Einkaufsgetümmel aussuchen. Natürlich nimmt sie den Antrag an, doch eine Kleinigkeit müsste erst noch erledigt werden, bevor die Hochzeit steigen kann.

Melanie kommt nämlich ursprünglich aus einem kleinen Kaff in Alabama und dort hat sie eigentlich noch einen Mann sitzen. Vor knapp sieben Jahren kehrte sie der Einöde und ihrem Gatten den Rücken, um Karriere in New York zu machen, nun aber muss sie sich die benötigte Unterschrift ihres Noch-Ehemanns für den Scheidungsvertrag abholen. Dieses Unterfangen stellt sich aber als etwas schwieriger heraus, als es Melanie recht ist, denn ihr Mann Jake (Josh Lucas) ist alles andere als gewillt, dieses Dokument zu unterschreiben. So muss Melanie noch einige Tage länger in ihrer Heimat verweilen, was die ganze Angelegenheit nicht einfacher macht. Denn alte Liebe rostet einfach nicht.

Das Thema „Romantische Komödie“ hat in letzter Zeit etwas gelitten. Zum einen wiederholte sich irgendwann wirklich alles und auch die in diesem Genre gesetzten Topleute wie Meg Ryan (konnte mit „Kate & Leopold“ auch nur Standard erreichen) versprühten keine neue Energie. Eine aber mausert sich nach und nach zum neuen Liebling, nämlich die bezaubernde Reese Witherspoon. Die begann in Indie-Filmen wie „S.F.W. – So Fucking What“ oder „Freeway“ und spielte sich mehr und mehr in die Topliga. Mit „Natürlich Blond“ legte sie dann einen nicht zu erwartenden kommerziellen Erfolg hin, der ihre natürliche Unbekümmertheit perfekt auf die Leinwand brachte. Zwar revolutioniert Regisseur Andy Tennant („Anna und der König”) das Genre mit „Sweet Home Alabama“ nicht, doch verpassen er und vor allem Witherspoon diesem eine zwingend notwendige Frischzellenkur.

An ihrer Seite stehen mit Patrick Dempsey („Run – Lauf um dein Leben“) und Josh Lucas („A Beautiful Mind“) zwei Darsteller, die man auch nicht so oft auf der Leinwand zu sehen bekommt und vor allem Lucas sorgt im Zusammenspiel mit Witherspoon für den einen oder anderen Lacher. Dempsey spielt eher den drögen Vorzeige-Schwiegersohn, doch ist sein Charakter durch und durch positiv dargestellt und selbst als er zum Schluss abserviert wird, wünscht er seiner Melanie alles Gute für ihr weiteres Leben. Genau diese Rollen werden ja gern mit Arschlöchern versehen, insofern ist hier einmal angenehm, zwei wirklich perfekte Mannsbilder zu haben. Zwar weiß der Zuschauer schnell, wen sich Melanie angeln wird, doch das tut dem Spaß am ganzen Film keinen Abbruch. Kurzweilige Unterhaltung mit sympathischen Darstellern (u.a. Fred Ward, Candice Bergen), die gerne wiederkommen dürfen.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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