Sum 41 – Chuck (2004, Island/Mercury)

sum-41-chuckEs scheint in diesem Jahr irgendwie üblich zu sein, dass sich einige ehemalige Spaßkapellen Gedanken über ihren beruflichen Werdegang gemacht haben. Mit dem Ergebnis, dass sie genau dieses Etikett nicht mehr aufgedrückt bekommen wollen. BLINK-182 gaben sich auf ihrem letzten Werk deutlich gereift und auch GOOD CHARLOTTE gingen in eine andere Richtung, als man eigentlich vermuten durfte. SUM 41 gelang seinerzeit mit „All Killer, No Filler“ der Durchbruch, der die Band letztlich aber auch nur als Kopie der oben genannten Bands zeigte, daran konnten auch einige eingestreute Metal-Anleihen nichts ändern.

Doch bereits mit dem Folgealbum entwickelten sich SUM 41 weiter und haben dies auch mit ihrem aktuellen Longplayer „Chuck“ getan. Der zählt für mich in diesem Bereich zu den deutlich besseren Veröffentlichungen des Jahres und ohnehin zum Besten, was die Band bislang abgeliefert hat. Gewisse Vorbehalte wird man sicherlich nie ganz los, doch was SUM 41 auf „Chuck“ musikalisch abbrennen, ist schon erste Sahne. Die vier jungen Herren verstehen es auf ihrem neuen Output einfach, schnellere Passagen mit langsameren zu kreuzen, bringen ihre typischen Metal-Einflüsse teilweise gekonnt, teilweise etwas gewollt mit ein und verweben dies mit einem hohem Ohrwurmpotenzial. Das nach einem Intro folgende „No Reason“ ist so ein Ding, das über den Hörer schier hereinbricht, jedoch höchstes Hitpotenzial aufweist und definitiv ein frühes Highlight darstellt.

Die erste Single „We’re All to Blame“ beinhaltet dann schon einige Metal-Einflüsse, doch was den Refrain angeht, darf man auch gerne mal SYSTEM OF A DOWN zitieren. Ebenfalls sehr Metal-orientiert ist „The Bitter End“, während mit den straighten und typischen SUM 41-Krachern „I’m Not the One“, „Open Your Eyes“ oder „Angels with Dirty Faces“ die Zielgruppe zufrieden gestellt werden dürfte. Ruhiger geht es dann bei „Some Day“, „There’s No Solution“ und „Pieces“ zu, potenzielle Single-Kandidaten, die aber das Album eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte und die manchmal auch zu sehr an LINKIN PARK erinnern. Man kann der Band nun unterstellen, an manchen Stellen zu sehr große Namen zitiert zu haben, doch letztlich macht „Chuck“ Spaß und nichts anderes als das zählt.

Wertung: (7 / 10)

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