Stryker’s War (USA 1985)

strykers-warDas Vietnam-Trauma als Aufhänger eines Actionfilms. In Amerika wahrlich keine Seltenheit. „Stryker´s War“, alternativ unter dem Titel „Thou Shalt Not Kill… Except“ bekannt, bleibt dennoch ein Kuriosum, immerhin vereint er namhafte Größen des B-Films vor wie hinter der Kamera. Regie führte Josh Becker („Alien Apocalypse“), der bei „Tanz der Teufel“ an Licht und Sound mitgewirkt hatte und der mit „Tanz der Teufel II“-Co Autor Scott Spiegel auch das Drehbuch schrieb. Das wiederum basiert auf einer Idee von „Tanz der Teufel“-Hauptdarsteller Bruce Campbell sowie Sheldon Lettich, der die Vorlagen zu „Bloodsport“ und „Rambo III“ schrieb und später manches Van Damme-Vehikel inszenierte.

Aus Kostengründen wurde Vietnam auf Campbells Grundstück verlegt, wo in den ersten rund 20 Minuten die Verletzungsgeschichte des Sergeanten Jack Stryker (Brian Schulz, „Harvard Man“) erzählt wird, der während einer fahrlässigen Attacke gegen den Feind am Bein verwundet wird. Wieder daheim, söhnt er sich mit seiner alten Liebe Sally aus, die jedoch von einem satanischen Kult verschleppt wird. Mit drei Kriegskumpanen (u.a. Timothy Patrick Quills, „Armee der Finsternis“) zieht Stryker noch einmal in die Schlacht, um seine Holde zu befreien und die Teufelsanbeter in hergebrachter Selbstjustiz auszumerzen.

Die billige Machart erinnert an „Combat Shock“, nur geht es Becker und seinen Spießgesellen nicht um die Kehrseite des amerikanischen Traums, sondern einen Exploiter nach klassischem Muster. Den kuriosesten Part füllt darin „Tanz der Teufel“-Regisseur Sam Raimi als zahnlos nonchalante Charles Manson-Parodie aus. Ob der involvierten Prominenz wirkt der geschwätzige Brutalo-Actioner – ähnlich „Night of the Intruder“ – recht vergnüglich, bleibt dabei aber kaum mehr als experimenteller Hobby-Trash. Besser als der Film ist der auf DVD erhältliche Audiokommentar von Josh Becker und Bruce Campbell, in dem alte Anekdoten gewälzt und der Streifen von vorn bis hinten ironisch zerpflückt wird. Aber so lange die Macher selbst ihr Werk nicht ernst nehmen, können wir da wohl kaum hinten anstehen.

Wertung: (4 / 10)

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