Strife – Angermeans (2001, Victory Records)

strife-angermeansDie Nachricht, dass ein neues STRIFE-Album auf die Menschheit losgelassen wird, veranlasste mich nicht gerade zu Jubelgesängen oder Luftsprüngen. Die fünf Amis, die sich kurze Zeit nach Veröffentlichung ihres zweiten Albums „In This Defiance” im Jahre 1997 auflösten, gehören in Sachen Hardcore nicht gerade zu meinen Favoriten – obwohl ihr brachialer Stil beizeiten schwer was für sich hat. Dass STRIFE bis heute vergebens dem Status ihres äußerst geilen 94-er Debütalbums „One Truth” hinterherjagen, zeigt sich auch am dritten Langspieler „Anger Means”, nach der Reunion Anfang 2001 in Angriff genommen.

Darauf mixen STRIFE wie gehabt Metal mit Hardcore, in diesem Fall mit viel Hang zum Experimentellen. Das geht allerdings ganz schön in die Hose, betrachtet man unabhängig vom durchwachsenen Sound jene stilistischen Veränderungen, bzw. zum Teil nahezu lächerlich erscheinenden Zusätze. So kommen u.a. bei „From These Graves” Urwaldtrommeln (oder eben Tribal-Percussions) zum Einsatz, während bei „Spill No Blood” durch den Schlauch gesungen wird oder bei „Angel Wings” ein Piano herhalten muss.

Bis auf den Favoriten „Staring At the Sky”, bei dem es sich anhört, als würde eine Druckluftpistole vergewaltigt, werten eben diese für unfreiwillige Erheiterung sorgenden Stilmittel so manchen Song auf. So gelingt es immerhin Phasenweise die unzulängliche Produktion zu kaschieren. Neue Freunde werden sich STRIFE mit diesem ebenfalls bei Victory Records erschienenen Album wohl kaum machen. Ich für meinen Teil musste mir beim hören des öfteren tierisch einen abgrinsen. Das werden STRIFE mit diesem drucklosen Trash wohl kaum beabsichtigt haben, aber immerhin erbringen sie den Beweis, dass man mit einem Album ohne einen Anflug von Melodie durchaus für gute Laune sorgen kann. 

Wertung: (5 / 10)

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