Streets of Blood (USA 2009)

streets-of-blood„The Big Easy ain’t so easy anymore.“ – Andy

Millennium Films, die Produktionsfirma der verdienten B-Movie-Recken Boaz Davidson, Trevor Short und Avi Lerner („John Rambo“), versucht sich nach dem desaströs gescheiterten „Righteous Kill“ erneut an einem dreckigen Cop-Thriller. Nur gelernt haben sie offenbar nichts. Zwar pumpt das Produzenten-Trio respektable Budgets in seine Projekte und gewinnt stets namhafte Darsteller. Ein guter Film bedingt aber noch immer ein gutes Skript. Und davon sind die Filmschaffenden auch mit „Streets of Blood“ erschreckend weit entfernt.

Als durchaus reizvoll erweist sich das Setting: Im durch Hurricane Katrina verwüsteten New Orleans kämpft das Drogendezernat einen aussichtslosen Kampf gegen Dealer und verfeindete Gangs. Sechs Monate nach der verheerenden Katastrophe ist die Stadt von der einstigen Ordnung weit entfernt. Mitten im Chaos versuchen Hard Boiled-Bulle Andy Devereaux (aufgedunsen: Val Kilmer, „Wonderland“) und Partner Stan Green (ausdruckslos: Curtis ’50 Cent’ Jackson, „Get Rich or Die Tryin’“), dem Verbrechen Einhalt zu gebieten. Mit geringen Erfolgsaussichten.

Um das Gesetz zu wahren, entziehen sich die schießfreudigen Ordnungshüter dem juristischen Regelwerk. Gewaltanwendung wird zur Selbstverständlichkeit, der Tod von Verdächtigen billigend in Kauf genommen. Doch ein Informant in den eigenen Reihen hat sich vertrauensvoll an die Bundespolizei gewandt, was den knallharten FBI-Mann Brown (dröge: Michael Biehn, „Navy Seals“) auf den Plan ruft. Der geht gegen die unter Korruptionsverdacht stehenden Beamten vor. Der Sumpf aus Bestechlichkeit und Kriminalität im Distrikt reicht allerdings viel weiter.

Das von Charles Winkler („Das Netz 2.0“) trist inszenierte Action-Drama sieht nach B-Film aus und fühlt sich auch genauso an. Überflüssig flimmernde Rückblenden und der Einsatz digitaler Handkamera sollen Authentizität vortäuschen. Die zynische, mit markigen Dialogen und dem gewohnten Übermaß an Gossenslang angereicherte Bastardversion von „The Shield“ erweist sich jedoch als ebenso klischeehaft wie unglaubwürdig. Statt auf nachvollziehbare Figuren setzt Winkler auf brutale Schießereien und eine exploitative Drastik der Bilder.

Dramaturgisch wirkt die Geschichte arg zusammengestoppelt, wenn sich die Suche nach dem Spitzel in den desillusionierten Polizeialltag drängt. Tiefe sollen die Charaktere über Gespräche mit Polizei-Psychologin Ferraro (überflüssig: Sharon Stone, „Basic Instinct“) erhalten. Doch auch sie entspricht lediglich einer Blase imaginärem Realitätsgehalt. Wie bei „Righteous Kill“ führt die Mischung aus lustlosen Darstellern, überzeichneten Milieus und überkonstruierten Wendungen unweigerlich zum Scheitern. Statt in abgehalfterte Stars sollte man bei Millennium Films vielleicht mal in überzeugende Bücher investieren.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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