Straylight Run – Straylight Run (2004, Victory Records)

straylight-run-straylight-run„The martyr has arrived / A desperate plea for sympathy / It’s all you need / A laundry list of problems…” – ‘Sympathy For the Martyr’

Seit einer nicht unerheblichen Zeitspanne impliziert der Name STRAYLIGHT RUN umfassende Neugier im Lager etablierter Independent-Enthusiasmen, ließ der Debütveröffentlichung des New Yorker Quartetts um Ex-TAKING BACK SUNDAY-Zweitstimme John Nolan gar mit proportional wachsender Spannung entgegenfiebern. Doch stellt sich zwischen scharrenden Fingern und aller Orten schwellender Erwartungshaltung einmal mehr Ernüchterung ein. Denn STRAYLIGHT RUN sind nicht der von vielen stilisierte heiße Scheiß, wollten es offenkundig aber auch niemals sein. So präsentiert sich der selbstbetitelte Erstling bewusst niedrig, will heißen elegisch-melancholisch gestapelt. Bereits der wohl betitelte Opener „The Perfect Ending” erweist sich als repräsentativ unaufdringlich gehalten, läutet von Klavier und Glockenspiel begleitet einen Reigen grassierender Traurigkeit ein.

Dass John Nolan sein Handwerk als Sänger und Songschreiber versteht, bleibt er auch als Urheber von STRAYLIGHT RUN nicht schuldig, entspringen seiner Feder mit erlesenen Schmachtbrocken des Kalibers „The Tension and the Terror”, „Existentialism On Prom Night” und „Mistakes We Knew We Were Making” doch einige der schönsten und vollkommensten Indie-Pop-Glanzpunkte seit JIMMY EAT WORLDs Emo-Wuchtbrumme „Clarity”. Allerdings wollen wir STRAYLIGHT RUN bei allem formalem Perfektionismus nicht ungeschoren davonkommen lassen, nutzt sich deren filigran nuancierter Pop-Stilismus in seinem mitunter überstrapazierend weinerlichem Grundtenor doch bei fortschreitender Spielzeit merklich ab. Die Makellosigkeit erstirbt schlicht im anvisierten Glanze des virtuosen Klangkompendiums.

Bedauerlicherweise eröffnen John Nolan und seine selbstselektierten Mitstreiter Shaun Cooper (Ex-TBS-Bassist) und Will Noon (Ex-BREAKING PANGAEA-Drummer), sowie des sangeskräftigen Hauptorgans Schwester Michelle als unterstützende Vokalistin keine Sphären, in die uns nicht bereits ELLIOTT, THE ANNIVERSARY oder erwähnte JIMMY EAT WORLD in ihren ruhigeren Periodika entführt hätten. Das Gespann von der Ostküste ist unbestritten ein Highlight der spielerischen Klangvielfalt des Indie-Pop, der angedichtete Heilsbringer jedoch nicht.

Wertung: (7 / 10)

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