Steve From England – Rooney! (2012, DIY)

steve-from-england-rooneySteve mag noch immer aus England kommen. Die Band dahinter lebt aber weiterhin in Hannover. Mit dem Debütalbum „Serenity is Just a Relic“ sorgten sie (ab) Ende 2010 für Furore. Dem selbst aufgedrückten Stempel des „Amateur-Hardcore“ wurden sie dabei aber nicht gerecht. Zu groß war das Potenzial, zu sicher trafen die Hits in Serie ins Ziel. Eine echte Entdeckung, die sich vor ersichtlichen Vorbildern des Kalibers COMEBACK KID wahrlich nicht zu verstecken braucht. 

Wie es weitergeht, verrät „Rooney!“, eine mit sechs Songs bestückte EP, die das Profil der Band schärft, ohne dem sympathisch unfertigen DIY-Sound den Rücken zu kehren. Die Gangshouts haben zugenommen, während der dezent klarere Klang des wiederum eigenproduzierten Outputs auf eine größere melodische Breite verweist. Im Kern spielen STEVE FROM ENGLAND aber immer noch Hardcore mit Punk-Anteilen und gelegentlicher Post-Ausprägung. 

Die Inbrunst von Schreihals Martin wirkt dabei etwas gezügelt, was dem halben Dutzend herrlicher Krachsalven aber soundtechnisch eher noch zugute kommt. „Rooney!“ wirkt ein wenig ausgewogener als das Debüt, verfügt im Gegensatz aber nicht immer über diese überraschend immense Wucht, mit der die Niedersachsen ihren überwältigenden Startschuss absolvierten. Aber auch wenn die Klasse diesmal erwartbar ist, pflügen Tracks wie „Black Flags“, „Just Another Wisdom. Kid“ oder „End of Truce“ mit der Power eines Bulldozers durch die Gehörgänge. Dafür einfach mal ein großes Dankeschön! 

Wie auch „Serenity is Just a Relic“ steht (natürlich) auch „Rooney!“ auf der Webseite der Band kostenfrei zum Download bereit. Und da heißt es immer, was nix kostet ist auch nix. Vielleicht sollte der Volksmund mal die Fresse halten! 

Wertung: (8 / 10)

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