Stepfather III – Vatertag (USA 1992)

stepfather-3„After all, father knows best!” – Mordet wieder für den Haussegen: Jerry

Wenn ihn Messerstich und Treppensturz nicht töten können, dann wird sich „Stepfather“ Jerry Blake doch wohl nicht durch Tortenheber und Schlosserhammer in der Brust aufhalten lassen! Zwar vermittelte auch das Ende von Jerrys zweitem Auftritt wieder den Eindruck, als wäre er seinen Blessuren erlegen, aber solch dramaturgische Anbahnungen hielten umtriebige Filmproduzenten nur selten von (weiteren) Fortsetzungsgeschichten ab. Für den dritten und letzten Part der Reihe allerdings stand der angestammte Hauptdarsteller Terry O’Quinn nicht mehr zur Verfügung.

Das mangelnde Entwicklungspotential der Rolle dürfte ihm die Entscheidung nicht gerade erschwert haben. Aber die Show muss weitergehen, ob mit bewährtem Cast oder ohne. Als Erklärung für die Umbesetzung O’Quinns durch Robert Wightman (besser bekannt als ´John Boy‘ Walton) hält daher eine Operation des Gesichtes her. Die lässt der wieder einmal aus der Psychiatrie geflohene Jerry (hier nennt er sich Keith Grant) im regnerisch düsteren Auftakt von einem schmierigen Hinterhof-Chirurgen vornehmen. Der hat zwar kein Betäubungsmittel, dafür raucht er während des Eingriffs Kette. Als dieser erfolgreich vollzogen ist und das neue Gesicht verheilt, beginnt sich Keith wieder nach idyllischen Vororten umzusehen und Holzhäuser zu basteln.

Dass der Doc indes dem Tode geweiht ist, versteht sich praktisch von selbst. Eine neue Heimat ist schnell gefunden und da Regisseur Guy Magar („Children of the Corn: Revelation“) den Plot des Originals über vorhersehbare Stationen bestenfalls solide kopiert, müssen die von Keith zur Vorbereitung und Absicherung seines neuen Lebens verübten Morde auch deutlich blutiger und härter ausfallen. Um die alleinerziehende Christine (Priscilla Barnes, „Traxx“) braucht er dafür nicht lange zu buhlen und darf sich nach der rasch vollzogenen Trauung ganz auf die Wandlung zum Psychopathen konzentrieren.

Stiefsohn Andy (David Tom, „Swing Kids“), durch eine psychosomatische Lähmung an den Rollstuhl gefesselt, spielt am Computer gern Detektiv. Ob ihm der Stiefpaps wohl bald verdächtig vorkommt? Natürlich wird der Knirps bald argwöhnisch, stellt Nachforschungen an und darf, welch Überraschung, im Finale sein Trauma überwinden und den Tag retten! „Stepfather III – Vatertag“ ist ein routinierter Gewalt-Thriller ohne große Spannungsmomente. Der Klischees und Ungereimtheiten sind es einfach zu viele, der gesteigerte Gewaltanteil und die splattrige Klimax können das Fehlen Terry O’Quinns nicht egalisieren. Die konsequente Unterbindung einer weiteren Fortsetzung war da eine durchaus weise Entscheidung.

Wertung: (4 / 10)

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