Star Trek – Der Film (USA 1979)

startrekmovieGene Roddenberrys „Star Trek“ (1966-69) ist nicht bloß eine Science Fiction-Serie, sondern wesentlicher Bestandteil der Populärkultur. Wenn auch mit Startschwierigkeiten. Der sensationelle Erfolg stellte sich erst ein, als die Originalreihe längst abgesetzt war. Auf drei Staffeln und insgesamt 79 Episoden brachte es „Raumschiff Enterprise“ überhaupt nur durch die vielfachen Zuschriften an den produzierenden Sender NBC, die eine frühere Einstellung mehrfach verhinderten. Den Kult-Status begünstigten Wiederholungen, nicht zuletzt Fan-Conventions, die eine Neuauflage bereits durch ihre kommerzielle Zugkraft anregten.

Ein Trickfilm-Ableger wurde 1973 nach nur 22 Folgen eingestellt, der Plan einer Wiederbelebung des TV-Formats vier Jahre später unmittelbar vor Drehbeginn verworfen. Dafür kündigte Paramount Pictures, angespornt durch den ungeahnten Kassenschlager „Star Wars“, die Rückkehr der Enterprise als Leinwand-Spektakel an. Mit dem seinerzeit gigantischen Budget von über 40 Millionen Dollar wurde „Star Trek – Der Film“ schließlich realisiert und 1979 uraufgeführt. Die Anhängerschaft folgte dem Ruf und strömte scharenweise in die Kinos. Überzeugen konnte sie die ersehnte Rückkehr ihrer sanften Helden jedoch nicht.

Zu schleppend geriet Robert Wise („Der Tag, an dem die Erde stillstand“) die Reunion der Raumschiff-Crew um Admiral Kirk (William Shatner), den spitzohrigen Vulkanier Spock (Leonard Nimoy) und Schiffsarzt „Pille“ McCoy (DeForest Kelley). Der Plot um eine gewaltige, die Erde bedrohende Energiewolke, wird (im Director´s Cut) auf überlange 130 Minuten gewalzt, in denen zwar die Effekte – u.a. von Douglas Trumbull und Richard Yuricich („2001: Odyssee im Weltraum“) beeindrucken, die dramaturgische und charakterliche Ausarbeitung aber viel zu beiläufig abgehandelt wird. Inhaltlich geht es dazu nicht in Warp-Geschwindigkeit, sondern nur im Schneckentempo vorwärts.

Selbst die liebgewonnenen Figuren lassen angestammte Wesenszüge vermissen und bleiben auf flüchtige Momentaufnahmen oder gar ungewohnte Arroganz reduziert. Ärger noch verhält es sich mit den Nebenprotagonisten: Der von Kirk wie selbstverständlich auf der Brücke der generalüberholten Enterprise als Befehlshaber abgelöste Decker (Stephen Collins, „Die Unbestechlichen“) und seine Liebe Ilia (Persis Khambatta, „Nachtfalken“) verkommen zu Stichwortgebern, denen erst im gelungenen Finale eine höhere Bestimmung zukommt. Wäre es nicht um die starken Tricks, die beeindruckende Optik und den populären Score Jerry Goldsmiths („Das Omen“), der erste Film der Sternensaga wäre eine herbe Enttäuschung.

Wertung: (5 / 10)

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