Split Second (GB 1992)

splitsecondDie Zukunft verheißt mal wieder nix gutes: 2008 haben die Auswirkungen des Treibhauseffekts Teile Londons überflutet, die Sonne verdunkelt und der Metropole eine Rattenplage beschert. Und als wenn das nicht schon genug des Ärgers wäre, treibt auch noch ein Killer sein Unwesen. Dazu geben die Regisseure Tony Maylam („Die Morde des Dorian Gray“) und Ian Sharp („Das Kommando“) klassische Motive von „Alien“ bis „Blade Runner“. Heraus kommt „Split Second“, eine blutige Serienmörderhatz, der in ihren verzweifelten Versuchen originell zu wirken schnell die Puste ausgeht.

Lotter-Cop Stone (Rutger Hauer, „Die Jugger“) ist voll auf Schuld, Kaffee und Schokolade seit sein Partner Opfer des Wahnsinnigen wurde. Verstärkt wird die Gram durch sein Verhältnis zur Frau (Kim Cattrall, „Big Trouble in Little China“) des Kollegen. Mit Bücherwurm Durkin (Neil Duncan, „War Dogs“) soll er die Gefahr bannen, palavert sich aber im Kreis, anstatt die Äuglein dahin zu richten, wo schon der frühere Gefährte verloren ging. Daneben pöbelt sich Stone in dicken Stiefeln und langen Mänteln durchs schummrige Halbdunkel gefluteter Studiokulissen. Für das echte London-Feeling sorgt ein sparsam verwendeter Hubschrauberflug über das Stadtgebiet.

Anbei hört der kauzige Ermittler gespitzten Ohres nicht nur die Flöhe husten, sondern auch den Pulsschlag des Killers. Der reißt seinen Opfern bevorzugt bei lebendigem Leibe das Herz aus der Brust, verschickt selbiges schon mal angebissen mit der Post und geht okkulten Ritualen nach. Das allerdings macht nur so lange Sinn, wie der Täter unsichtbar bleibt. Zum Showdown in der gefluteten U-Bahn gibt es dann die volle Pracht hochgeschossener Monstrosität zu bewundern, die nur um Haaresbreite am dreisten H.R. Giger-Plagiat vorbeischrammt. Gebastelt hat es Stephen Norrington, der später selbst ins Regiefach wechseln und solch kühne Kost wie „Death Maschine“ und „Blade“ kredenzen sollte.

Mit Kunstblut wird nicht gegeizt und auch die geschunden Körper sind ansehnlich getrickst. Damit aber hat es sich schon an Schauwerten. Allein die Rattenplage ist nur dazu gut, dass der gelangweilte Hauer heuer das Interieur mit Nager-Innereien sprenkeln darf. Unter der passablen Optik bleibt so nur wüster Trash mit erhöhter Unsinnigkeit übrig. Ein paar Dialoge laden zum schmunzeln ein, ansonsten aber ist streng vorgezeichnetes Einerlei angesagt. Die Tür einer möglichen Fortsetzung wurde zwar offengelassen, vom Desinteresse des Publikums aber bald wieder geschlossen. Eine kluge Entscheidung.

Wertung: (3 / 10)

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