Spiders 2 (USA 2001)

spiders2„Spiders 2“ verbindet mit seinem Vorgänger nur Titel und Thema. Das erscheint löblich ,war „Spiders“ (2000) doch nicht mehr als Video-Trash mit schwindendem Unterhaltungswert. Teil zwei verlagert das Geschehen von der Militärbasis auf ein Frachtschiff. Und siehe da, der anspruchslose Filmfreund wird auf hoher See ein Quäntchen besser bedient, mit mehr Spinnen, mehr Blut und einem Forscher mit Quantensprung in der Schüssel. Die Effekte der Monstren bewegen sich von lachhaften Ausreißern abgesehen im passablen Bereich. Immer noch Dutzendware, aber zumindest mit Amüsement zu konsumieren.

Das Ehepaar Jason (Greg Cromer,„Mother Ghost“) und Alexandra Paulson (Stephanie Niznik, „Das große Inferno“) erleidet bei einem Segeltörn Schiffbruch. Ein kreuzender Frachter nimmt sie auf, doch entpuppt sich das Glück im Unglück bald als wahrer Albtraum. In einem Kühlraum entdeckt Jason tiefgefrorene menschliche Körper. Diesen injiziert der wahnsinnige Wissenschaftler Gabec (Richard Moll, „Scary Movie 2“) die DNA von Spinnen. In den missbrauchten Leibern gedeihen so rasch wachsende Tiere, die nach ihrem ruppigen Ausbruch durch den Brustkorb zur Gefahr für die gesamte Mannschaft werden.

Routine-Regisseur Sam Firstenberg, der sich in der Hauptsache mit Michael Dudikoff-Vehikeln wie „American Fighter“ (1985) oder „Night Hunter“ (1986) hervortat, räubert sich unverblümt durch die „Alien“-Saga und lässt Spinnen blutig aus Brustkörben bersten. Als es letztlich um das Wohl des Gatten geht, der sich selbst im Versuchslabor des grimmigen Doktors wiederfindet, wächst Alexandra über sich hinaus und mutiert zur toughen Ripley-Kopie mit Durchschlagsgarantie. Aus welchem Grund aber die Arachniden solch unterschiedliche Wachstumsschübe vollzogen haben, bleibt rätselhaft. Zu guter Letzt dürfen sich diese an Deck des Schiffes Beinfreiheit verschaffen, was zumindest ein turbulent hirnrissiges Finale begünstigt.

Als Kapitän verdingt sich „Scanner Cop“ Daniel Quinn, der mit Schiff, Charme und Schnurbart versucht Alexandra zu becircen. Die ist dann auch derart geschmeichelt, dass sie die investigativen Entdeckungen und Theorien ihres Gemahls glatt als lügenhafte Verleumdungen abstraft. Zugegeben fällt es schwer zu glauben, ein osteuropäischer Wissenschaftler könnte entführte Meerestouristen auf einem heruntergekommenen Frachtschiff zu den todgeweihten Leihmüttern einer monströsen Spinne machen. Aber Naivität ist Trumpf und der B-Film lebt davon hanebüchene Drehbuchentwürfe Realität werden zu lassen. Von dieser Warte aus betrachtet ist „Spiders 2“ solider Firlefanz. Für Mittelmaß reicht es nicht, aber Qualität war bei der Produktion wohl ohnehin eher zweitrangig.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

Ähnliche Beiträge

  • Speed Racer (USA 2008)

    Nach „Matrix“ wurde den Brüdern Wachowski ein Freifahrtsschein ausgestellt. Fortan durften sie wie sie wollten – und was sie wollten. Zwei mäßige Fortsetzungen stutzten das visuell wegweisende Endzeit-Erlöser-Epos auf das Niveau inhaltsleerer Hollywood-Schonkost. Danach wurde es still. Bei „V wie Vendetta“ fungierten sie noch als Skriptschreiber und Produzenten, das Resultat aber wollte die Kritiker auch…

  • Sucker Punch (USA/CDN 2011)

    Mit den Comicverfilmungen „300“ und „Watchmen“ hat sich Zack Snyder den Ruf eines Visionärs erarbeitet. Seine optisch bombastischen Werke lassen unter surrealer Einbringung modernster Computertechnik abgründige Fantasiewelten Wirklichkeit werden. Das ist auch bei seiner Eigenkreation „Sucker Punch“ nicht anders, einem wiederum bildgewaltigen Actionfilm, der Jugend-Drama und Macho-Märchen unter dem Schleier hyperkinetischer Videospiel-Ästhetik vereint. Allerdings, und…

  • Im Winter ein Jahr (D 2008)

    Eine Familie zerbricht am Tod des einzigen Sohnes, des einzigen Bruders. Mutter Eliane (Corinna Harfouch, „Der Untergang“) sagt, es war ein Jagdunfall, verschleiert damit jedoch die Wahrheit. Denn Alexander hat sich im Wald hinter dem elterlichen Haus mit einem Gewehr in den Kopf geschossen. Fast ein Jahr später gibt sie ein großformatiges Gemälde in Auftrag,…

  • Das Höllentor der Shaolin (HK 1978)

    Guter Norden, böser Süden. Oder doch umgekehrt? In „Das Höllentor der Shaolin“ ist es der durchtriebene General Pu (Johnny Wang Lung Wei, „Der Tempel der Shaolin“), der eben diese Konfusion schürt. Unter dem Vorwand einer Truppenschulung nämlich lädt der militante Drecksack die besten Kämpfer von Nord- und Süd-Shaolin zu sich und lässt sie in Schaukämpfen…

  • Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere (NZ/USA 2014)

    „One day I’ll remember. Remember everything that happened: the good, the bad, those who survived… and those that did not.“ – Bilbo Wenn im englischsprachigen Raum die Phrase „so long“ benutzt wird, bedeutet dies in der Regel eine Abschiedsbekundung. Oder eben, dass etwas verdammt lang ist. Auf „Die Schlacht der fünf Heere“, den Abschluss von…

  • American Muscle (USA 2014)

    Quentin Tarantino und Robert Rodriguez haben der Grindhouse-Stilistik mit ihrem Double-Feature „Death Proof“ und „Planet Terror“ zu neuer Popularität verholfen. Aber was heißt Stilistik? Das Bahnhofs-Kino der Neunzehnsiebziger machte die Not (respektive Mini-Budgets) zur Tugend und erzählte handwerklich grob Geschichten, bei denen die Ausschlachtung von Sex und Gewalt im Mittelpunkt stand. Nicht wenige dieser eilig…