Speak Low If You Speak Love – Everything But What You Need (2015, Pure Noise Records)

speak-low-if-you-speak-love-everything-but-what-you-needManchmal passt ein Bandname wirklich wie Arsch auf Eimer. Zum Beispiel bei SLAYER. Oder halt bei SPEAK LOW IF YOU SPEAK LOVE. Warum? Naja, zunächst einmal speakt das einzige Bandmitglied Ryan Scott Graham auf „Everything But What You Need” wirklich Love und zum anderen speakt der gute Mann wirklich relativ low. Love, weil die Musik so warm und herzlich klingt, low, weil die 14 Songs des Albums größtenteils sehr entspannt und unaufdringlich arrangiert sind. Stilistisch setzt sich der Musiker aus Westland, Michigan dabei irgendwo zwischen das simple aber wirkungsvolle Songwriting der GET UP KIDS und die Art von Emotion, die TAKING BACK SUNDAY gerne in ihren ruhigeren Songs vermitteln würden. Zudem hört man gelegentlich den Hippie-Zirkel durch, der in der Innenstadt mit Akustik-Gitarre und Djembe Songs über Weltfrieden, Veganismus und nukleare Abrüstung trällert.

Normalerweise ist das Material auf „Everything But What You Need” allerdings relativ traditionell mit Schlagzeug, Bass und Gitarre sowie dem ein oder anderem Extra-Instrument ausgestattet. Und es ist gut. Es ist sogar richtig, richtig gut. Weil es herzerwärmend ist, ohne peinlich oder pathosbeladen zu sein. Weil es emotional ist, ohne weichgespült zu klingen. Weil die Texte und Melodien perfekt ineinander greifen. Weil es so eigenständig ist, dass die Beschreibung im ersten Absatz immer noch meilenweit daneben ist. Weil es ein Album ist, dass selbst gestandenen Zynikern etwa 48 Minuten lang den Glauben an das Gute in den Menschen und in der Welt wiedergibt. Und dann noch einmal 48 Minuten, wenn der eigene Finger unweigerlich immer und immer wieder den Replay-Button findet. Weil sich die zunächst unscheinbaren und simpel komponierten Songs nie wirklich abnutzen, sondern einige ungeschliffene Diamanten („Tiny Furnace”, „Not Enough to Say No”) erst beim fünften Durchlauf wirklich zu Tage treten. Weil es sympathisch ist wie ein alter Freund. Und natürlich einfach, weil es ein wunderschönes Stück Musik geworden ist.

Wertung: 8.5 out of 10 stars (8,5 / 10)

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