Sorority Row – Schön bis in den Tod (USA 2009)

sorotiryrowremake„Lasst uns scharfe Steine suchen, womit wir die Leiche zerteilen können.“ – Nicht nur schön, sondern auch intelligent in allen Lebenslagen: die Studentin von heute

In Amerika müsste man(n) leben. Oder besser noch studieren. Denn zum einen scheint die Studienzeit in Übersee einer nie enden wollenden Party zu gleichen und zum anderen sind alle Kommilitoninnen heiße Babes! Während einer dieser zahllosen ausgelassenen Festivitäten planen die scharfe Jessica (Leah Pipes), die scharfe Cassidy (Briana Evigan), die scharfe Chugs (Margo Harshman), die weniger scharfe Ellie (Bruce willis’ Tochter Rumer) und die wiederum scharfe Claire (Jamie Chung), allesamt Verbindungsschwestern, einen Racheakt gegen Garett (Matt O’Leary). Schließlich hat der eine der ihren, die (Überraschung) scharfe Megan (Audrina Patridge) in der gemeinsamen Zeit betrogen.

Während besagter Party will der Schwerenöter seine vermeintlich mit K.O.-Pillen außer Gefecht gesetzte Ex ungeniert flachlegen. Nur kann er nicht ahnen, dass die Betrogene bei vollem Bewusstsein ist und – von den Freundinnen aus dem Nebenzimmer beobachtet – nur darauf wartet, einen mit Schaum vor dem Mund veredelten Anfall vorzutäuschen. Damit nicht genug, drängen die Models, äh Mädels den hysterischen Schönling zur geschwinden Fahrt ins Krankenhaus, während der Megan ihr Ableben fingiert. Garett soll die Leiche nun rasch in einem Brunnenschacht entsorgen und zuvor, damit die (gespielte) Tote auch ja nicht wieder auftaucht, ihre Lunge durchbohren. Eine denkbar blöde Idee.

Denn Megan endet mit einem Radkreuz zwischen den Silikonbrüsten. Nach kurzem moralischem Diskurs soll die Leiche beseitigt werden. Vereinbart wird absolutes Stillschweigen, damit auch niemand weiß, was die Gruppe diesen Sommer so furchtbares getan hat. Ein Jahr später scheinen die Vorkommnisse erfolgreich verdrängt. Cassidy, die den Vorfall der Polizei melden wollte, sich letztlich aber dem Willen des Kollektivs beugte, hat sich von den anderen abgegrenzt. Als die Mädchen allesamt eine MMS erhalten, auf dem das einschlägige Radkreuz abgelichtet ist, macht sich Panik breit und die bestialische Ermordung der ersten Schuldigen lässt nicht lange auf sich warten.

Im fast vergessenen Original „House on Sorority Row“ (1983) schickte man noch irrtümlich Hausmutter Mrs. Slater über den Jordan, auf dass ihr missgebildeter Sohn als Jason-Klon den aufstand probte. Ihre Rolle wurde im Remake auf einen Gastauftritt eingedampft, den aber immerhin Carrie ´Prinzessin Leia´ Fisher absolvieren darf. Aber auch sonst kommt die moderne Aufbereitung als zeitgemäßer Hochglanz-Slasher der Post-„Scream“-Ära rüber. Nicht wenige Aspekte sind über die Jahre allerdings unverändert geblieben. Allen voran natürlich die schablonenhaften Charaktersilhouetten mit dem egozentrischen Miststück, dem promiskuitiven Luder, der nerdigen Brillenträgerin und natürlich der empathischen Gutfrau.

In „Sorority Row – Schön bis in den Tod“ hat man sich immerhin die Mühe gemacht, die Darstellerinnen durch verschiedene Haarfarben ihrer jeweiligen Rolle zuzuordnen. Das aber ändert nichts daran, dass die Schicksale der hübschen Figuren gänzlich kalt lassen, was trotz kreativer Mordsequenzen meist in Langeweile endet. Die unspektakuläre Offenbarung des Killers und dessen 08/15-Motiv tragen auch nicht gerade positive Züge. Der Film bleibt verzichtbare Standardware, immerhin schick anzusehen, inhaltlich aber so innovativ und spannend wie Kuchenessen mit Oma. Eindruck machte offenbar nur der Score, der partiell im dritten Teil der beliebten „Sims“-Videospielreihe Verwendung fand. Verrückte (virtuelle) Welt!

Wertung: (3 / 10)

scroll to top