Someone’s Knocking at the Door (USA 2009)

someonesknockingatthedoorEs ist ein ungeschriebenes Gesetz des Horrorfilms, dass Fremden lieber nicht die Tür geöffnet wird. Vor allem dann nicht, wenn sie ihre Opfer mit überdimensionierten Geschlechtsteilen bedrohen – oder mit selbigen gar brutal zu Tode penetrieren. Die Grundidee von Chad Ferrins („Dances with Werewolves“) Low Budget-Schocker „Someone’s Knocking at the Door“ verfehlt ihre kognitive Wirkung nicht. Was aber klingt wie ein auf Ekeleffekte fokussiertes Splatter-Spektakel, erweist sich schnell als surrealer Psycho-Thriller mit zwar deftigen, insgesamt aber sorgsam dosierten Effekten.

Bis Regisseur und Co-Autor Ferrin den Kern der Geschichte offenbart, vergeht eine Weile. Einleitend lässt er einen Medizinstudenten durch einen Gestaltwandler mit Riesenschwengel ums Leben kommen und beschert dessen Kommilitonen Justin (Noah Segan, „Brick“) Wahrnehmungsstörungen. Die äußern sich auch für den Zuschauer deutlich sichtbar in abrupten Cuts, die Erinnerungen an die Frühwerke Gregg Arakis wecken. Von der Polizei werden Justin und seine Freunde (u.a. Jon Budinoff, „Transamerica“) als Verdächtige des Mordes ins Visier genommen.

Verdichtet wird der Plot erst, als die Clique im alten universitären Archiv eine experimentelle Droge aus den Siebzigern probiert und die Akte des mörderischen Paares John (Ezra Buzzington, „Mirrors“) und Wilma Hopper (Elina Madison, „Chop“) samt verstörender Tonbandaufnahmen studiert. Und die sehen den auf dem Campus ihr Unwesen treibenden Schauergestalten verdammt ähnlich. Zwischen Wahn und Wirklichkeit versuchen die heimgesuchten Jungmediziner buchstäblich ihren Arsch und retten. Nur ist guter Rat beim Umgang mit übernatürlichen Killern wahrlich teuer.

Die Schauspieler agieren nicht sonderlich überzeugend und auch die Machart dürfte vorwiegend Freunden unfertiger Kleinproduktionen zusagen. In atmosphärischen Belangen, insbesondere bedingt durch die dreckige Inszenierung, schafft Ferrin hingegen einige Reizpunkte und entlockt B-Kennern durch Kurzauftritte von Joseph Pilato („Day of the Dead“) und Vernon Wells („Phantom Kommando“) flüchtige Aha-Erlebnisse. Bedauerlicherweise mündet der surreal verstörende Plot in eine arg bemüht wirkende finale Auflösung, deren klassische Anlehnung an „Carnival of Souls“ der rüden Andersartigkeit der Grundidee kaum gerecht wird.

Wertung: (4 / 10)

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