Solo (USA 1996)

solopeebles„Solo ist der perfekte Soldat. Er beherrscht sämtliche Nahkampftechniken. Er hat keine Familie, keine Freunde, nicht einmal eine Sozialversicherungsnummer. Sollte er irreparable Schäden davontragen werfen wir ihn einfach weg. Ohne Reue, ohne Schuldgefühle und vor allem ohne medizinische Kosten. Wenn er stirbt wird ihm niemand eine Träne nachweinen, wir bauen einfach einen neuen.“ – General Haynes

Können Filme schlecht sein, die mit solchen Worten beginnen? Zumindest Freunde gepflegter Unterhaltungsquerschläger können auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben. Norberto Barbas „Solo“ pflichtet ihnen dankend bei und belohnt gleichsam mit amüsant verpackten Klischees und lachhafter Ernsthaftigkeit. Basierend auf Robert Masons Roman „Weapon“ mimt Mario Van Peebles („New Jack City“) die militärische Geheimwaffe aus dem Versuchslabor. Er ist halb Mensch, halb Maschine – und ganz hölzern. Mit dem Blick eines debilen Vorschülers tappst der Prototyp durch den südamerikanischen Dschungel und übt bei unterdrückten Bauern das Menschsein. Dicht auf den Fersen ist ihm aber das Militär, deren Obhut sich Solo nach Befehlsverweigerung und drohender Neuformatierung kurzerhand entzogen hat.

Als sein Gegenspieler empfiehlt sich William Sadler („Stirb langsam 2“), der die üppige Schwarz-Weiß-Malerei als Hurrapatriot Frank Madden frühzeitig auf die Spitze treibt. Das Schema Gut gegen Böse ist allgegenwärtig in diesem theatralischen Action-Schmu, sei es innerhalb des Militärapparats oder seitens der Bevölkerung, die sich streng in rechtschaffende Landarbeiter und marodierende Rebellen unterteilt. Als Gegenpol des klischeekonformen General Haynes (Barry Corbin, „Ein Duke kommt selten allein“) dient Solo-Erfinder Adrien Brody („King Kong“). Der hätte es sich angesichts solch stereotyper Rollenausstattung wohl nicht träumen lassen, sechs Jahre später für seine ergreifende Darstellung in Polanskis „Der Pianist“ zu Oscar-Ehren zu gelangen.

Obwohl der Weg des Drehbuchs von Minute eins an vorgezeichnet ist, weiß das aufwendig produzierte B-Movie zu unterhalten. Das liegt nicht zuletzt an der ulkigen Vorstellung des Mario Van Peebles, der nicht nur mit der Ausdruckskraft eines Klumpen Erde durchs Unterholz streift, sondern auch Spruchhülsen des Kalibers „Bist du beschädigt?“ oder „Dein Verhalten ist unlogisch“ abfeuern darf. Daneben – den Fan wird’s freuen – rummst es ganz ordentlich im Wald, obgleich die zahmen Kampfhandlungen kaum nennenswertes zu verzeichnen haben. Der Film ist anständig inszeniert und schlecht geschrieben, Altmetall mit bleierner Action und einer High-Tech-Version der Frankenstein-Kreatur als Sympathieträger. Regisseur Barba („Blue Tiger“) klaut unverhohlen bei „Terminator“ bis „Predator“ und nimmt den zwei Jahre später gefertigten „Soldier“ glatt vorweg. „Solo“ ist so spannend wie ein Kurzschluss, genügt inhaltsleerer Nebenunterhaltung aber allemal.

Wertung: (5 / 10)

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