Snow White’s Poison Bite – Featuring: Dr. Gruesome and the Gruesome Gory Horror Show (2013, Victory Records)

snow-whites-poison-bite-dr-gruesomeMit musikalischem Feinsinn hat Victory Records wenig am Hut. Mehr schon mit rüder Metal- und Hardcore-Keule – oder auch mal weichgespültem Indie. Die Lücke dazwischen füllen alteingesessene Vertreter verschiedener Genres oder Nischenbands. Zu letztgenannter Kategorie dürfen auch SNOW WHITE’S POISON BITE gezählt werden, die sich auf ihrem Zweitwerk „Featuring: Dr. Gruesome and the Gruesome Gory Horror Show“ zwischen Goth-/Synthie-Rock, Alternative und Metal an Motiven von Märchen und Gruselfilm abarbeiten. Ähnliches Augenzwinkern durfte man einst auch DR. ACULA unterstellen, ehe die sich in der Belanglosigkeit des Metal-Hardcore verirrten.

Aber die Schneewittchen-Band aus Finnland macht da schon manches besser, respektive abwechslungsreicher. Die Stile werden durchaus munter gekreuzt, wobei auch Rock n’ Roll und Punk Anklang finden. Hängen bleibt am Ende trotzdem nicht viel. Nach ellenlangem Intro, bei dem sich der gastgebende Dr. Gruesome mit Crypt Keeper-Gedächtnisstimme vorstellen darf, wird der Hörer ins Ironie-bewährte Geschehen geworfen. Mit Trash-Appeal und Gruft-Atmo sorgen „Will You Meet Me in the Graveyard“ oder „Halloween Means Death“ für ein schnelles Lächeln. Insgesamt aber ist diese Horror-Show einfach viel zu lang und spätestens zur Halbzeit ist das Überraschungsmoment auch verflogen. Nischendasein ist eben auch kein Zuckerschlecken.

Wertung: (6 / 10)

 

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