Snaked Fear – Wüste des Terrors (USA 2011)

Es gibt Filme, bei denen ist bereits nach den ersten Szenen unmissverständlich klar, dass die Folgenden eineinhalb Stunden strapaziös werden. Nicht wegen eines kontroversen Plots oder Grenzen auslotender Gewalt, sondern aufgrund akuter Langeweile. Wenn selbst vermeintlich auf Spannung getrimmte Sequenzen kaum geeignet scheinen, ein müdes Gähnen auf Betrachterseite zu unterdrücken, liegen akute Versäumnisse vor. „Snaked Fear“ (Originaltitel: „Venom“) ist ein treffliches, oder besser unsägliches Beispiel für eingangs beschriebene Kategorie. Denn in Gary Breslins schnarchigem Survival-Thriller trifft Tier-Horror stimmt vom Fleck weg gar nichts.

Das zeigt bereits der einleitende Hubschrauberabsturz. Dass der aus Kostengründen im Off stattfinden muss: geschenkt. Schwerer wiegt da schon die Einführung von Gangster Rojas (Israel Sáez de Miguel, „Sharknado“), einem Überlebenden des Crashs. Einerseits wird er öder gespielt als das ihn umgebende Wüstensetting, andererseits animiert sein Auftritt auch Regie- und Drehbuch-seitig zum vorzeitigen Abschalten. Denn als er einen Komplizen aus dem Weg räumen will, schießt er diesen lediglich an und wendet sich achtlos ab, was ihm seinerseits einen wenig erbaulich getricksten CGI-Einschuss in der Schulter einbringt. Wer danach noch nicht das dringende Gefühl verspürt, seine wertvolle Lebenszeit mit nützlicheren Beschäftigungen zu bewältigen, erlebt in unmittelbarer Folge dramatische Abwandlungen zum (endgültigen) Abgewöhnen.

Während die kaugummiartigen Anfangstitel durchs Bild wabern, erfolgt die Einführung von Helen (Jessica Morris, „Evil Bong 666“). Die verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Drogen und Alkohol, vergisst darüber aber Mann und Kind. Um Wiedergutmachung für ihren unsteten Lebensweg zu leisten, will sie mit der 12-jährigen Tochter Lilly (Oliviah Crawford) zu einer Ranch in der Wüste fahren. Unterwegs überrollt sie eine Schlange. Als sie den Kadaver in Augenschein nimmt, gelangt ein weiteres Exemplar unbemerkt ins Fahrzeuginnere. Besonders dämlich wird es, als Helen darauf ein Zwiegespräch mit ihrem Gatten am Handy führt, das damit endet, dass sie ihr Mobiltelefon wutentbrannt in die Wildnis schleudert (!!) und dort liegen lässt (!!!). Die Schwere dieser Tat offenbart sich, als sie während der Weiterfahrt von der in den Wagen gelangten Schlange gebissen wird und das Fahrzeug in ein Schlagloch lenkt.

Der (vor allem für den Zuschauer) zehrende Marsch durch die Wildnis wird von sie verfolgenden/attackierenden Schlangen – die Erklärung liefert ein kauziger Wüsteneremit – überschattet. Und natürlich Rojas, der von seinem rachsüchtigen Boss Viggo (Roberto Sanchez „2 Fast 2 Furious“) verfolgt wird. Ein Zusammentreffen aller Beteiligten ist natürlich unausweichlich, hebt das Interesse an diesem schrecklich dürftigen Genre-Mix aber keinen Deut. Die Antagonisten verhalten sich unglaublich dämlich, das sporadische Eingreifen der Schlangen wirkt seltsam deplatziert und der Einsatz schmissiger Farbfilter erscheint überstrapaziert. Hinzu kommen aufgeworfene Fragen: Wieso hat eine trockene Alkoholikerin Schnaps im Auto? Warum glaubt Helen, alles und jeden zu kennen? Und natürlich: Welchen Grund könnte es geben, sich diesen Billig-Quatsch zu Gemüte zu führen? Eine Antwort gibt es zumindest für den letzten Aspekt: schlichtweg keinen.

Wertung: (1,3 / 10)

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