Snake Eater’s Revenge (CAN 1989)

Keine Macht den Drogen! Wo dieser altgediente Slogan seine Wirkung verfehlt, muss Elite-Kämpfer Jack „Soldier“ Kelly (Lorenzo Lamas, „Final Impact“) tätig werden. Nachdem der in „Snake Eater“ mit comichafter Absurdität und den Hillbilly-Mördern seiner Eltern gerungen hatte, kehrte er kurz darauf zurück, um in der Großstadt mit skrupellosen Rauschgifthändlern aufzuräumen. Dass die Unmenschen ihre destruktive Ware mit Rattengift strecken, legitimiert nach Bauart des B-Films naturgemäß ihre Auslöschung.

Als es vermehrt zu Todesfällen kommt, schreitet Polizist Kelly ohne Federlesen zur Tat. Die Justiz zeigt sich jedoch wenig erfreut darüber, dass er das Gesetz in die eigenen Hände nimmt und mit selbstgebastelten Handböllern eine Drogenausgabestelle aushebt. Zum Dank wird der vom Dienst suspendierte Vigilant in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Weil die aber eher an einen Freizeittreff für Erwachsene erinnert, hat Kelly kein Problem damit, wann immer es ihm beliebt auszubüxen und das Syndikat von Verbrecher Franco (Al Vandecruys, „Lassie“) auszudünnen. Zur Seite steht ihm dabei der fantasievoll dämlich benannte Kleinkriminelle Speedboat (Larry B. Scott, „Der stählerne Adler“), dessen als Prostituierte arbeitende Schwester Informationen über Francos Organisation beschafft.

Mit der wüsten Mixtur aus „Ein Mann sieht rot“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ unterbietet Regisseur George Erschbamer („Hardball – Die Kopfgeldjäger II“) spielerisch das Niveau seines Vorgängers. Der Plot-Auswuchs über Kellys Aufenthalt in der Klapsmühle bleibt komplett sinnbefreit, genügt aber für einen Rollstuhl-Zweikampf auf dem Anstaltsdach, bei dem sich unser Rächer einem Hünen mit grotesk falscher Zahnreihe ausgesetzt sieht. Ein Gutteil der aufgetischten Szenen verkommt so zum zusammenhanglosen Stückwerk. Dafür gibt es wieder ausreichend Gelegenheit, sich vor Lachen die Schenkel blutig zu klopfen. Wenn Kelly etwa im Luftschacht der Einrichtung einem Pizzaboten begegnet, schlägt nicht allein der abseitige Humor Purzelbäume.

Dass diese Prämisse partout nicht zum grundlegenden Thema des trashigen Streifens passen will, scheint bei den Werken Erschbamers Teil des Konzepts zu sein. Trefflich ins Bild passen da Dialoge von sprühender Einfalt und Darsteller fern jeder Bodenhaftung. Davon ausgenommen bleibt Lorenzo Lamas‘ (Damals-)Ehefrau Kathleen Kinmont („C.I.A. – Codename Alexa“), die in ihrer Mini-Rolle als Ermittlerin eher als besserer Kleiderständer durchgeht. Dass den Machern selbst nach Maßgabe des überschaubar aufwändig gefertigten Genrefilms jedes Gespür für Tempo oder Erzählung abgeht, sollte angesichts des schundigen Erstlings nicht weiter verwundern. Für ein paar faustdicke Lacher und sporadische Gewalteinlagen ist „Snake Eater’s Revenge“ zweifelsfrei gut, unterm Strich bietet der schwächste Teil der ohnehin miesen Trilogie aber einfach viel zu viel Leerlauf.

Wertung: (2,5 / 10)

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