Snake Eater (CAN 1989)

„Welcome to my neighborhood!“ – Aufgeschlossen: Junior

Es gibt Actionfilme, für deren unbeschwerten Genuss benötigt man ein dickes (Zwerch-)Fell. Ein treffliches Beispiel ist die Lorenzo Lamas-Graupe „Snake Eater“, die den Wechsel des TV-Stars (er wirkte in allen 227 Episoden der Seifenoper „Falcon Crest“ mit!) ins Metier preisbewussten Radau-Ramsches markierte. Wobei ein wenig verwunderlich erscheint, dass er in der Folge überhaupt noch Arbeit fand. Lamas selbst jedoch ist der Schundcharakter von George Erschbamers („Outgun – Der Kopfgeldjäger“) skurrilem Brutalo-Thriller mit Backwood-Einschlag noch am wenigsten anzulasten.

Die volle Breitseite unfreiwilliger Komik serviert bereits das einleitende, von zweckfreiem Striptease begleitete Aufmischen einer Drogenschieberbande, das neben Lotter-Polizist Lamas vor allem die Riege der Knallchargen-Nebendarsteller am Höhepunkt der Übertreibung zeigt. Das könnte selbst Nicolas Cage unmöglich toppen! Als Ex-Supersoldat verfügt Lamas‘ Jack Kelly, genannt Soldier, naturgemäß über ausgeprägte Fallenstellerkenntnisse. Dass er neben akuten Autoritätsproblemen einen kräftigen Sprung in der Schüssel aufweist, sorgt aber immerhin für handfeste Erheiterung. Dabei ist nicht allein die Methode bemerkenswert, eine Bar über den Lenker seines Motorrads zu betreten.

Aus der Fassung gerät Kelly, als seine Eltern während eines Bootsausflugs in traditioneller Sleaze-Manier von den verwahrlosten Redneck-Vettern Junior (Robert Scott), Clyde (Carl Cook) und Slim (Barry Minshull) getötet werden. Einzige Überlebende ist Schwester Jennifer (Cheryl Jeans), die von den degenerierten Killern in deren abseitige Sumpfbehausung verschleppt wird. Kelly schenkt der Version vom Unfalltod der Erzeuger jedoch keinen Glauben und stößt bei seinen Nachforschungen bald auf Junior und Verwandtschaft. Nebenbei bandelt er mit Kid (Josie Bell) an, deren Vater, Bootsverleiher King (Ronnie Hawkins), seinen Chopper in einer der absurdesten Szenen zur taktischen Verwirrung der Hillbilly-Psychos mit Vollgas in den Fluss bugsiert.

Nachdem die Maschine in eine wilde Mischung aus Motorrad und Wasserfahrzeug verwandelt wurde, begibt sich Kelly in die Wildnis, um seine Schwester zu suchen und das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen. Gäbe es dabei nicht immer wieder Grund zum munteren Schenkelklopfen, der trashige Actioner auf den Spuren von „Rambo“ und „Beim Sterben ist jeder der Erste“ wäre sterbenslangweilig. So finden sich in den überflüssig breitgewalzten Dialogen wiederholt Dispute der Hinterwäldler, ob sie Jennifer nun töten oder in die Familienplanung integrieren sollen. Um ihre Beteiligung an den regelmäßigen Bluttaten zu kaschieren, verwenden die Sumpfbewohner ein Bärenkostüm. Auch das mehrt den Cartoon-Charakter des brutalen, insgesamt aber schlicht gnadenlos überzogenen Streifens. Wer’s nicht glaubt, möge versuchen beim Anblick des Karate-Kaspers mit Minipli und Schnauzbart ernst zu bleiben!

Wertung: (3 / 10)

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