Smokin’ Aces 2: Assassins’ Ball (USA/CDN 2010)

smokin-aces-2Als wäre die Banalisierung des Pulp-Thrillers auf den viel zu großen Spuren von Tarantino und Ritchie nicht bereits genug, kommt bei „Smokin’ Aces 2: Assassins’ Ball“ auch noch der enigmatische Superschurke hinzu. Statt Keyser Soze heißt er Hal Leuco, was sich aus dem lateinischen Haliaeetus leucocephalus ableitet und den gemeinen Weißkopf-Seeadler meint, der als Amerikas Wappentier einem patriotischen Wahrzeichen entspricht.

Dieser Wink ins Politische erschließt sich FBI-Agent Baker (Clayne Crawford, „The Great Raid“) aber erst allmählich. Schließlich gilt sein Augenmerk dem Schutz des (scheinbar) unbedeutenden Analysten Walter Weed (Tom Beregner, „Stiletto“). Auf dessen Kopf wurde aus vorerst unerklärbarem Grund eine stattliche Prämie ausgesetzt. Baker und ein ihm unterstelltes Sonderkommando verschanzen sich mit Zielperson Weed in einer Bunkeranlage, der als Tarnung eine Jazz-Bar dient. Das ach so wenig geheime Geheimversteck lockt jedoch eine ganze Riege professioneller Killer an.

Unter denen finden sich „Chirurg“ McTeague (Vinnie Jones, „Midnight Meat Train“), Hit-Woman Martinez (Martha Higareda, „Street Kings“) und die berüchtigte Redneck-Familie Tremor. Die darf mit Hakenkreuzen und inzestuöser Hillbilly-Degeneriertheit ballern und fluchen was das Zeug hält. Witzig, geschweige denn originell erscheint der überflüssige, von P.J. Pesce („From Dusk Till Dawn 3“) mit Split Screens und Verfremdungen optisch aufgemotzte Direct-to-Video-Aufguss in seiner bemühten Derbheit allerdings nicht.

Bevor es mit (hoho) ironisierter Gewalt und als Sprenggeschossen missbrauchten kleinwüchsigen Zirkusakteuren ans muntere Massensterben geht, erhält jeder Hauptprotagonist Raum zur Vorstellung. Wie schon bei Joe Carnahans (hier als Produzent involviert) Erstling dürfen neben gewaltreicher Übersteigerung auch ernsthafte Töne mit einfließen. Nur wirken die, wie übrigens die gesamte politische Komponente um das mysteriöse Mastermind Hal Leuco, arg gewollt. Leidlich bei Laune hält das verschwindend kurze Bleigewitter. Optik, Typen und groteske Gewaltentgleisungen sind aber allesamt bekannten – und viel besseren – Vorbildern entliehen.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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