Skin Trade (T/CDN/USA 2014)

skin-tradeAlter Schwede, im Herbst seiner Karriere wirkt Dolph Lundgren („The Expendables“) tatsächlich (noch) in Actionfilmen von Format mit. Zumindest bezogen auf die Besetzung, spielt er in „Skin Trade“ doch neben „Ong Bak“-Star Tony Jaa. Die thailändisch-amerikanisch-kanadische Koproduktion vereint namhaftes Personal (u.a. Ur-„RoboCop“ Peter Weller und Lundgrens „Showdown in Little Tokyo“-Gegenspieler Cary-Hiroyuki Takawa) und zeigt seine Hauptakteure in beachtlicher Form. Dass der Plot eher dürftig ausfällt und die Inszenierung beizeiten ein wenig mehr Wucht vertragen könnte, schert nicht weiter. Denn abseits der großen Leinwand wurde Lundgren lange nicht so gut in Szene gesetzt und auch Jaa macht trotz akrobatischer Drosselung eine bessere Figur als im enttäuschenden „Return of the Warrior“. Für Fans des gepflegten Krawallfilms also eine sichere Bank.

Der von Lundgren auch produzierte und co-verfasste Thriller dreht sich um zwei Cops im Kampf gegen das Menschenhändler-Syndikat des brutalen Gangsterbosses Victor Dragovic (im Original mit herbem Osteuropa-Akzent: Ron Perlman, „Sons of Anarchy“). Der lockt mit seinen Söhnen vorzugsweise junge Thai-Mädchen vom Land in die Stadt, wo sie statt der Erfüllung ihrer karrieristischen Träume Zwangsprostitution und Sexsklaverei erwartet. Beim Zugriff auf einem Schiff in New Jersey kann der beinharte Polizist Nick Cassidy (Lundgren) den Unmenschen festnehmen – und erschießt dabei einen von Dragovics Sprösslingen. Die Rache des serbischen Mobsters lässt nicht lange auf sich warten. Doch im Gegensatz zu seiner Familie überlebt Nick das folgende Attentat und wird mit zwei Kugeln im Leib zurückgelassen. Man ahnt, wohin das führt.

Richtig, nach Thailand, denn Jaa muss schließlich auch zum verdienten Einsatz kommen. Dessen nicht minder schlagkräftiger Ordnungswahrer Tony geht mit Dragovics Schergen gemeinhin wenig zimperlich um und bandelt obendrein mit einem der Amüsiermädchen der Verbrecherorganisation an. Dass die zugleich seine Informantin ist, soll auch sie in Gefahr bringen. Zuvor aber rappelt sich Nick aus dem Krankenbett auf und begibt sich im bewährten „Punisher“-Modus nach Bangkok. Natürlich auf eigene Faust. Verfolgt wird er vom Kollegen Reed (Michael Jai White, „Undisputed 2“), der aber selbst auf der Gehaltsliste der Gangster steht und ihm vor Ort den Mord an Tonys Partner anhängt. Das führt erst zu gegenseitig verbeulten Knochen, ehe die beiden Cops gemeinsame Sache machen und dem untergetauchten Dragovic an der Kambodschanischen Grenze fachgerecht einheizen.

Mit beachtlichem Produktionsaufwand (als Supervising Producer ist auch „Human Timebomb“-Regisseur Mark Roper beteiligt) sorgt Arthouse-Filmer Ekachai Uekrongtham („Beautiful Boxer“) für eine gelungene Kulturkollision. Im Gegensatz zum Plot ist der Gesamtfilm nicht von der B-Stange. Aber „Skin Trade“ ist Lundgren, nicht Shakespeare, daher sollte das Augenmerk auf das Wesentliche gerichtet bleiben. Nach etwas gedehnter erster Hälfte nimmt die Rasanz zu. Als Höhepunkte kristallisieren sich schnell die Fights von Tony Jaa gegen Lundgren und White heraus. Die daneben eingestreuten Shoot Outs sind mit dosierten Härten gespickt, könnten an den entscheidenden Stellen aber mehr Stilisierung vertragen. Zu meckern gibt es insgesamt dennoch erfreulich wenig. Das Ende bringt eine (durchaus absehbare) Wendung mit sich, die „Skin Trade“ ungewöhnlich bitter ausklingen lässt. Unterm Strich keine Offenbarung und doch sehenswerte Action-Unterhaltung mit munteren Stars. Das kann sich sehen lassen.

Wertung: (6,5 / 10)

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