Silent Venom (USA 2009)

silent-venomDas Segment des tierischen Horrors ist ein Auffangbecken gestrandeter Mimen. Einer von ihnen ist Luke Perry, der als rebellischer Schönling in der Teen-Serie „Beverly Hills 90210“ einst zum feuchten Mädchentraum avancierte. Danach blieben erinnerungswürdige Rollen aus, das Niveau sank mit den Budgets. Die maue Videoproduktion „Silent Venom“ ist kaum mehr als ein weiterer Sargnagel. Aber immerhin einer, der solide Unterhaltung von der unteren Qualitätsstufe bietet. Auf der ist auch Regisseur Fred Olen Ray zu Hause, der am Fließband trashigen Mumpitz fabriziert und der die Gefährlichkeit der Fauna bereits in Werken wie „Supershark“ oder „Snake Zone“ aufzeigte.

Eigentlich soll der wegen Befehlsverweigerung in Ungnade gefallene Kapitän James O’Neill (Perry) ein ausrangiertes U-Boot zum Verkauf nach Taipeh schaffen. Doch unterwegs wird er auf eine geheime Rettungsmission beordert, für deren Erörterung der aufgedunsene und tiefer als jedes Schiffswrack gesunkene Tom Berenger („Sniper“) bemüht wird. Wissenschaftlerin Andrea Swanson (Krista Allen, „Feast“) nämlich experimentiert auf einer Insel im Chinesischen Meer mit Schlangen. Jedoch keinen gewöhnlichen Reptilien, sondern durch Einwirkung atomarer Strahlung zu dezenter Übergroße neigenden Exemplaren. Deren Gift soll der US-Armee für neue Bio-Waffen förderlich sein. Ergo werden einige Schlangen vor der erforderlichen Evakuierung verpackt und ohne O’Neills Wissen an Bord gebracht.

Was aber selbst Swanson nicht weiß: Der Kollege Jake Goldin (Louis Mandylor, „My Big Fat Greek Wedding“) wittert das große Geld und schmuggelt zwecks Veräußerung eine stattliche Zahl weiterer Versuchstiere an Bord. Die hält es selbstredend nicht lange in ihrem Transportbehälter, worauf die Mannschaft in akute Gefahr gerät. Aufgrund der Geheimhaltungsstufe der Forschungsergebnisse und einem unweit abgehaltenen Seemanöver der Chinesen ist ein Auftauchen unmöglich. So müssen sich O’Neill und Swanson den toxischen Schlänglern unter dem Meer stellen und das unbewaffnete U-Boot möglichst unbemerkt gen Heimat steuern.

Farblose Charaktere und einfältige Dramaturgie sollten im B-Metier kein Überraschungspotenzial mehr bergen. Entsprechend niedrig ist das von Fred Olen Ray bediente Gütelevel angesiedelt. Gänzlich schlecht ist seine Variation üblicher Genre-Bauweisen und -Klischees – der Film erinnert mehr an „Die Todesfalle unter dem Meer“ denn „Snakes on a Plane“ – trotzdem nicht geraten. Denn obwohl Stock Footage die Illusion der sparsamen Kulissen bemüht unterfüttert und sich sowohl darstellerische Überzeugungskraft als auch Spannung in Grenzen halten, hält der harmlose Schlangen-Grusler passabel bei der Stange. Über weite Strecken kommen echte Tiere zum Einsatz, schlichte CGI-Viecher werden erst im Finale die Waagschale geworfen. Sehenswert ist das alles nur bedingt. Gerade im Tier-Horror hat man das alles aber schon deutlich schlechter gesehen.

Wertung: (3,5 / 10)

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