Sie verkaufen den Tod (I/F/D 1972)

sieverkaufendentod„Hängst du so an deinem Leben? Ich nicht.“ – Im Angesicht der Übermacht: Pembroke

Vor der erfolgreichen humorigen Zusammenarbeit mit Prügelpartner Terence Hill drehte Schwergewicht Bud Spencer („Die rechte und die linke Hand des Teufels“) mit den US-Stars James Coburn („Die glorreichen Sieben“) und Telly Savalas („Das dreckige Dutzend“) den Kriegs-Western „Sie verkaufen den Tod“. Der ist bekannter unter dem Titel „Der Dicke und das Warzenschwein“, eine unrühmliche Komödien-Fassung mit gut 30 Minuten Schwund und Klamauk-Synchronisation. Vom bitteren Himmelfahrtskommando einer Gruppe Sträflinge blieb kaum etwas übrig. Die ungekürzte Fassung war hierzulande lange nur als Bonusfilm der Bud Spencer-Sammelbox von e-m-s erhältlich.

Dank 3L und Ascot ist der actionreiche Film von Genre-Routinier Tonino Valerii („Der Tod ritt dienstags“) nun auch einzeln regulär erhältlich. Zwar noch immer im beschnittenen Bildformat und ohne originale Sprachfassung, dafür aber frei vom Kostenfaktor der Spencer-Werkschau. Dem schwergewichtigen Mimen, hier hört er auf den Namen Eli, gehört auch der Anfang, an dem er auf der Suche nach Nahrung in den Verdacht der Plünderung gerät. Es ist die Zeit des US-Bürgerkrieges und auch in New Mexico herrscht große Not. Nicht wenige sind gezwungen ihr Überleben durch Verbrechen zu sichern. Lohn dafür ist allerdings der Galgenstrick, dem Eli nur entkommen kann, indem er sich für ein Himmelfahrtskommando meldet.

Unter Führung des in Ungnade gefallenen Nordstaatenoffiziers Pembroke (Coburn) sollen er und sechs weitere zur Hinrichtung freigegebene Sträflinge – unter ihnen Benito Stefanelli („Spiel mir das Lied vom Tod“) und Adolfo Lastretti („Verdammt zu leben – verdammt zu sterben“) – das schwer bewachte Fort Holman stürmen. Das wird befehligt von Südstaaten-Major Ward (Savalas), der neben einer großen Schar Soldaten auch auf ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem vertraut. Bereits der Weg dorthin wird für die brüchige Allianz der Todgeweihten zur Zerreißprobe. Pembroke kann die Männer nur von der Flucht abhalten, indem er ihnen 500.000 Dollar in Aussicht stellt, die im Fort versteckt liegen sollen. Seine wahren Beweggründe sind jedoch völlige andere.

Der bleihaltige Mix aus „Men on a Mission“-Film und Spaghetti-Western wartet mit desillusionierter Härte, einer erlesenen Besetzung und dem soliden Score von Riz Ortolani („Die letzte Rechnung zahlst du selbst“) auf. Wie wenig der Tenor zur späteren Komödienfassung passt, verdeutlichen die Aufknüpfung des Priesters und die mörderischen Farmer. Die Fratze des Krieges ist hässlich, im verlustreichen Finale werden selbst ergebungswillige Feinde gnadenlos niedergemacht. So bleibt ein typischer Valerii: Brutal, melancholisch und doch von beißender Ironie geprägt. Zum Genre-Schwergewicht reichte es nicht. Für Fans bleihaltiger Euro-Western bietet der Streifen aber durchaus lohnenden Zeitvertreib.

Wertung: (6 / 10)

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