Shatter Dead (USA 1994)

shatterdeadDer Mensch hat seinen größten Feind besiegt: Den Tod! Es wird zwar noch gestorben, allerdings nicht so ganz wie früher, da man als mit vollem Bewusstsein ausgestatteter Zombie weiter existiert. Hat der wandelnde Tote von einst seine noch warmblütigen Mitmenschen wortwörtlich zum Fressen gern gehabt, lebt er mittlerweile neben ihnen in einer scheinbar friedlichen Koexistenz. Der Mensch hat sich mehr oder weniger mit der neuen Situation abgefunden, doch für die neue Spezies hat er eigentlich nur Argwohn übrig. Unübersehbar ist das bei Susans (Stark Raven) Umgang mit ihnen. Obwohl sie keinen Hunger mehr spüren und demnach keine Jagd auf Lebende machen (müssen), geht die eigenwillige Frau nicht einmal (wortwörtlich) zum Duschen ohne ihre Smith&Wesson.

Der Zuschauer begleitet Susan auf ihrer merkwürdigen Odyssee, als sie vom Einkaufen kommend zunächst von bettelnden Zombies aufgehalten wird („Poor! Dead! Sold my left arm for medical research! What next?”). Anschließend trifft sie auf einen kauzigen Prediger und seine toten Freunde, um später in einer Zombie-WG zu landen, wo sie mit einer zombiefzierten Frau duschen und über Vorteile und Nachteile des Lebens während des Todes fachsimpeln darf. Zum Schluss schafft sie es in ihr Appartement zurück, wo ihr Freund Dan sich in der Zwischenzeit selbst abgemurkst hat und sie nun mit allen Mitteln davon zu überzeugen versucht ebenso zu handeln.

Zombies und Intelligenz. Goerge A. Romero hat sie mit Bub in „Day of the Dead” bereits zusammengebracht und in „Land of the Dead” mit dem untoten Tankwart Big Daddy neuerlich aufgewärmt. Domestizieren konnte man sie, wie etwa in „Fido“, auch schon. In „Shatter Dead” sind sie – sicher aus Budgetgründen – oft von Normalsterblichen nicht zu unterscheiden. Dass die Macher kaum 500 Dollar zusammen gekratzt haben dürften, sieht man dem Werk in jeder Sekunde an. Das ist ein Problem. Vor allem für diejenigen, die mit den besonders in Good old Germany beliebten No-Budget-Wiesenzombie-Amateurmachwerken absolut nichts anzufangen wissen. Doch auch Anhänger von Ittenbach & Co. dürften sich ebenso desinteressiert abwenden, da hier und da zwar mal (billigst) gesplattert wird, der Großteil der 80 Minuten Laufzeit jedoch aus pseudophilosophischem Palaver besteht.

Dass die „Schauspieler” dabei abgrundtief schlecht sind macht die ganze Chose auch nicht besser. Witzigerweise agiert die menschliche Protagonistin Susan von allen Beteiligten am zombieartigsten, so als hätte sie vor dem Dreh mal eine Schachtel Valium geschluckt. Natürlich, es bleibt ein Amateurfilm, aber das ist keine Entschuldigung für so viel Nicht-Engagement. Auch unverzeihlich ist die Tatsache, dass man eine Szene mit reichlich Dialog unter einer laufenden Dusche ohne sinnvolle Vertonung gedreht hat. Da das Geld nicht einmal für ein vernünftiges Mikro gereicht hat, musste die SFX-Sparte natürlich auch leer ausgehen. Schockierendes möchte man uns aber dennoch nicht vorenthalten, so dass dem toten Dan logischerweise die Fähigkeit abhanden gekommen ist, Blut in seinen Pillemann zu pumpen und demnach seine Liebste begatten zu können. Also kommt er auf die geniale Idee, sie einfach mal mit der Pistole zum vaginalen Höhepunkt zu bringen. Und die Kamera hält drauf!

Zuvor bekommen wir noch eine monströse Entbindung zu sehen, wonach die unglaublich schlechte Zombie-Baby-Attrappe wirklich den Vogel abschießt. Eigentlich schade drum, denn die Idee für den Film ist wirklich mal was anderes als die klassische Metzelorgie, die das Genre eigentlich definiert. Eine Welt, in der der Tod in Kauf genommen wird, weil man ewig jung bleibt (wenn man natürlich mit 25 Jahren zum Ende kommt), trotz der Gegebenheit, dass man de facto eigentlich tot ist. Nicht (un)tot wie schnieke Vampire der „Twillight”-Ära, sondern richtig tot, mit dem strengen Geruch des Verwesens in der Nase. Dieser wirklich interessante Ansatz scheitert an nicht vorhandenen technischen und schauspielerischen Möglichkeiten.

Wertung: (1 / 10)

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