Sharkansas Women’s Prison Massacre (USA 2015)

sharkansas-womens-prison-massacre„Crap on a cracker.“ – Doch nicht süß: Honey

Der B-Monsterfilm wird seit Jahren von absurden Tier-Variationen dominiert. Im Fokus steht dabei meist der (buchstäblich) gemeine Haifisch, der durch Schnee und Sand pflügt, als Geist oder Zombie sein Unwesen treibt und in Wirbelstürmen über amerikanische Landstriche herfällt. Neuester Beitrag im qualitätsarmen Bunde ist „Sharkansas Women’s Prison Massacre“, bei dem der Titel mal wieder das spaßigste Moment bildet. Für Regie und Co-Autorenschaft zeichnet sich Jim Wynorski verantwortlich, der bereits „Camel Spiders“ und „Piranhaconda“ entfesselte. Schnitt und Produktion verantwortete Tony Randel, der neben „Ticks“ auch das erste „Hellraiser“-Sequel „Hellbound“ inszenierte. Die relative Prominenz ihrer Namen bringt den Streifen aber auch nicht weiter.

Bei Sprengungen in der Provinz werden prähistorische Haie aus einem von Felsen abgeschotteten unterirdischen Gewässer befreit. Da das allein heute nicht mehr ausreicht, sind die Tiere mit beweglichen Fortsätzen am Körper bestückt, die die eilige Bewegung in lockerem Erdreich erlauben. Das erinnert nicht von ungefähr an den B-Klassiker „Tremors – Im Land der Raketenwürmer“, ist von dessen augenzwinkernder Qualität aber denkbar weit entfernt. Sonderlich ernst nimmt sich der Streifen zwar nicht, allerdings wird Ironie auch diesmal mit Trash verwechselt. Das fängt bei der Inszenierung an und endet bei den Darstellern. Wenn Ex-Porno-Sternchen Traci Lords („Blade“) schauspielerisch den souveränsten Eindruck hinterlässt, sollte das Dilemma eines jeden Films unverzüglich klar werden.

Fünf Häftlinge aus dem staatlichen Frauengefängnis werden von Wärter-Veteran Carl (John Callahan, „Dinocroc vs. Supergator“) in die Natur gekarrt, wo sie Baumstümpfe ausgraben sollen. Auf dem Weg zurück werden sie von Honey (früher mal hoffnungsvoll: Dominique Swain, „Im Körper des Feindes“) mit vorgehaltener Waffe bedroht, die Gespielin Anita (Cindy Lucas, „Shark Babes“) befreien will. Der Rest der Gruppe wird als Geiseln genommen und in eine extra angemietete (!) nahe Waldhütte mit Whirlpool (!!) und verstecktem Waffenarsenal (!!!) verbracht, wo sie bald von den Haien festgesetzt werden. Während Polizistin Kendra (Traci Lords) den Flüchtigen – und den Haien – näher kommt, wagen die Eingeschlossenen die Flucht durch eine nahe Höhle.

Das Problem ist die Unentschlossenheit. Handzahmer Grotesk-Gewalt und dem soft-pornösen Recken weiblicher Rundungen in die Kamera stehen teils seltsam ernste (sowie insgesamt akut ärmliche) Dialoge und lachhafte Figurenzeichnung gegenüber. Natürlich will die wehrhafte Knast-Urschel Michelle (Christine Nguyen, „Attack of the Killer Donuts“) nur zu ihrem Sohn zurückkehren und natürlich weiß der zufällig aufkreuzende Geologe einiges über die nie gesehenen Urzeit-Killerfische zu berichten. Doof ist das Ganze unbedingt, dabei nur leider zu selten wirklich spaßig. Die CGI-Haie sind überraschend solide, wenn der von ihnen aufgewühlte Boden auch eine Einstellung später meist wieder unberührt wirkt. Obendrauf gibt es offenkundig aus Plastik gefertigte Gliedmaßen und eine Inszenierung, die kaum über Amateurniveau hinausreicht. Dem gemeinen Haifisch wäre in Zukunft ein wenig Ruhe zu gönnen.

Wertung: (2,5 / 10)

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