Shadowchaser II (USA 1994)

shadowchaser2Bei Fortsetzungen lautet der einhellige Tenor, dass sie ihren Originalen nicht das Wasser reichen können. Eine der wenigen Ausnahmen bildet Francis Ford-Coppolas „Der Pate 2“. Aber warum müssen derlei Vergleiche nur bei Großproduktionen oder Klassikern gezogen werden? Was ist mit dem filmischen Untergrund? Denn dort wird man in dieser Hinsicht bald fündig, erweist sich doch auch „Shadowchaser II“ als seinem Vorgänger überlegen.

Ho Ho Ho! Mit blondiertem Haupthaar und gestähltem nackten Oberkörper dringt Android Romulus (Frank Zagarino, „Warhead“) am Weihnachtsabend in eine Anlage für Nuklearwaffen ein und richtet in der Kantine zu vordererst ein Massaker an. Die Kamera hält voll drauf, wenn Kugeln in Körper dringen und im Stile eines Gewaltcomic der Splatter Einzug hält. Er und seine Söldnerbande wollen inhaftierte Gesinnungsgenossen freipressen und nebenbei ein beträchtliches Sümmchen einstreichen. Zur Untermauerung ihrer Ambitionen richten sie einen Atomsprengkopf auf Washington.

Und während sich der Zuschauer noch fragt, wozu ein künstlicher Mensch eigentlich Geld braucht, wird neben dem „Terminator“ auch der Einzelkämpfer aus „Stirb langsam“ bedient. Als ebenbürtiger Gegner der terroristischen Menschmaschine kommt Brian Genesse („Human Timebomb“) ins Spiel, der als trinkfester Elektriker Frank unversehens in die feindliche Übernahme hineingezogen wird. Während er auf den Spross der Wissenschaftlerin Laurie (Beth Toussaint, „Fortress 2“) Acht gibt, erwehrt er sich den Zugriffen von Romulus’ Schergen, was verlustreiche Scharmützel geradewegs hofiert.

Logik wird konsequent ausgeschaltet in diesem turbulenten B-Picture, das mit kleinem Budget und minimalem Anspruch großen Spaß bereitet. Gegenüber dem Vorgänger legt Regisseur John Eyres („Octopus“) eine gehörige Portion Dynamik oben drauf, was die Figurenformung zugunsten gesteigerter Kurzweil vollständig ausklammert. Daraus entsteht amüsant hölzern gespielter, passabel getrickster und deftig brutaler Action-Trash, der nicht weniger ist und auch nicht sein will, als eine furiose Bastardversion der großen Klassiker. Ein ebenso strunzdummer wie amüsanter B-Böller, der Genre-Fans gibt, wonach sie verlangen.

Wertung: (5 / 10)

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