Semi-Pro (USA 2008)

semi-proSportfilme locken in den USA meist ein breites Publikum ins Kino. Egal ob Komödie oder Drama, in den oft als Underdog-Erfolgsgeschichten angelegten Plots findet sich das Publikum wider. In Europa ist das anders. Baseball, Football und Basketball verfügen über einen weit geringeren Stellenwert, weshalb eine Auswertung auf der großen Leinwand nur wenigen Vertretern vorbehalten bleibt. Auch „Semi-Pro“, das Regiedebüt von Produzent Kent Alterman („A History of Violence“) wird hierzulande nur auf DVD ausgewertet. Trotz seines Stars Will Ferrell.

Der hat mit sportlichen Rollen so seine Erfahrungen, sei es als Rennfahrer „Ricky Bobby“ oder als Eiskunstläufer in „Die Eisprinzen“. Altermans Erstling, geschrieben vom erfahrenen Scot Armstrong („Old School“, „Starsky & Hutch“), widmet sich dem Basketball, fügt sich in erster Linie aber Ferrells erprobtem Rollenprofil des exzentrischen Spinners. Der hört diesmal auf den Namen Jackie Moon und ist im Jahre 1976 stolzer Besitzer der Tropicals, einem zweitklassigen Verein aus der wirtschaftlich angeschlagenen Autobauerstadt Flint in Michigan.

Durch den Discohit „Love Me Sexy“ zu Reichtum gelangt, kaufte er das Team und führte es als Eigner, Trainer und Spieler von einem Misserfolg zum nächsten. Als aber vier Clubs der Liga in die NBA integriert werden sollen, wittert Moon die Chance seines Lebens. So tauscht er den ausrangierten Profi Ed Monix gegen eine Waschmaschine ein und bringt die Mannschaft allmählich nach vorn. Monix wird gespielt von Woody Harrelson („King Pin“), der zwar ein paar Lacher auf seiner Seite weiß, wie Sportskamerad André Benjamin („Vier Brüder“) aber charakterlich unterentwickelt bleibt.

So hängt alles an Ferrell, der auch diesmal ohne Unterlass kaspert, den jedoch nur zeitweise wirklich witzigen Film als einziges echtes Standbein aber kaum tragen kann. Hinter seiner Ansammlung absurder Kapriolen – das Bären-Wrestling sorgt für einige Lacher – steht allen voran eine geschlossene Handlungsstruktur zurück, so dass der Sport in der Komödie nur als breit angelegter Aufhänger dient. „Semi-Pro“ unterhält ohne Frage, hinterlässt aber kaum mehr als ein zartes Lächeln. Große Erwartungen durften an die kauzige Burleske sicherlich nicht gestellt werden. Etwas mehr hätte es dennoch sein dürfen.

Wertung: (5 / 10)

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