School of Rock (USA/D 2003)

school-of-rock„Ich diene der Gesellschaft, indem ich rocke!”

Den Dienst an der Sozialisierung der westlichen Erdbevölkerung verrichtet der nimmermüde Vollblut-Komiker Jack Black vornehmlich auf der Kinoleinwand. Starke Neben- („High Fidelity”) und verzichtbare Hauptrollen („Shallow Hal”) ließen den übergewichtigen Spaßbrocken im Laufe der Zeit zu einem heimlichen Star avancieren. Das Black jedoch weit mehr Qualitäten innewohnen als die bloße Kalauerei, beweist seine höchst erfolgreiche Band Tenacious D sowie schon jetzt legendäre Gastspiele in Videoclips, beispielsweise „Low” der Foo Fighters. So prädestinierten Jack Black allein seine Vorzüge als Musiker und Grimassier für die Hauptrolle in der vergnüglichen Komödie „School of Rock”, die ganz auf den charismatischen Clown zugeschnitten ist.

Die vermeintliche Karriere des Möchtegern-Rockstars Dewey Finn (Jack Black) droht bereits zu scheitern, bevor sie überhaupt in Gang gekommen ist. Gerade aus der von ihm gegründeten Band geworfen, droht dem perspektivlosen Anachronisten gleiches Schicksal in seiner Wohngemeinschaft. Als die Geldnöte überhand zu nehmen scheinen, schlüpft Dewey kurzentschlossen in die Identität seines Mitbewohners Ned Schneebly (Drehbuchautor und Gelegenheitsmime Mike White, „The good Girl”) und tritt dessen Posten als Aushilfslehrer an einer erzkonservativen Privatschule an. Nachdem der vermeintliche Pädagoge die biedere Direktorin (Joan Cusack, „Arlington Road”) von seinen Vorzügen überzeugen konnte, findet sich Dewey unversehens als Oberhaupt einer Gruppe Fünftklässler wieder. Ohne jegliche Ambitionen, den Kindern etwas beibringen zu wollen, lässt die betrügerische Vertretung die Tage verstreichen. Als er sich jedoch des musikalischen Talents seiner Zöglinge gewahr wird, startet Dewey ein Projekt zur Gründung einer Band nach seinen Vorstellungen. Nicht ohne Hintergedanken, winkt dem Sieger eines baldig anberaumten Bandwettbewerbs doch eine Prämie von 25.000 Dollar.

Weniger satte Nachhilfestunde in Sachen Rock, als vielmehr kurzweilige Nostalgie für gitarrenorientierte Musikfanatiker, staffiert der unterhaltsame wie vergnügliche ‘Time-Waster’ eine temporeiche Gagkanonade für jung und alt. Independent-Choryphäe Richard Linklater („Before Sunrise”) verlässt das traute Terrain der Kleinkunst zugunsten selbstironischer Reflektion der massenkompatiblen Machart und gibt dem Publikum den Glauben an schillernde Komödien jenseits zotiger Pimmelwitze zurück. Zwar stehen die kleinen Darsteller hinter Blacks bestechender Ein-Mann-Show zurück, doch verlangt Linklaters vorzügliche und frei von hinderlicher Sentimentalität suggerierte Regie eine einhellige Union seines Casts. Jack Black dankt es mit der ausgereiftesten Performance seiner Laufbahn und katapultiert sich somit endgültig in die oberste Riege von Hollywoods Top-Komödianten. Gezeichnet von einem nicht zwingend originellen Plot und ergänzt durch die obligatorische Nebenagitatorin Joan Cusack, bonifiziert sich „School of Rock” durch inspirierten Spielfluss und ein eloquentes Gros der Fröhlichkeit. Nicht nur für AC/DC-, Metallica- oder Ramones-Fans Pflichtprogramm mit integrierter Gute-Laune-Garantie.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

scroll to top