Scheisse Minnelli – The Crime Has Come (2008, Destiny Records/Broken Silence)

SCHEISSE MINNELLI – Was für ein großartiger Name! Die Band kommt zwar aus dem Fränkischen, besteht aber aus zwei Amerikanern und zwei Deutschen. Einer der beiden Amis, mit dem gleichfalls gelungenen Künstlernamen Samuel El Action, übernimmt glücklicherweise den Gesangspart. So gelingt es der Combo, glaubhaften US-Hardcore-Skatepunk zu spielen. Musikalisch geht es roh, schnell und ungehobelt zur Sache. Hier ist Nichts geschönt und überproduziert, „No Effects“ (sic) sozusagen.

Laut Promo-Flyer wurde das Album in nur zwei Tagen eingeknüppelt. „The Crime Has Come“ weist dadurch natürlich einige Ecken und Kanten auf, besticht aber auch durch seine ungeschliffene, authentische Energie. Diese Energie ist genau das, worin die eigentliche Magie von Punkrock generell besteht und SCHEISSE MINELLI können das schön herausarbeiten. Der Gesang, kombiniert mit der, dazu völlig autonom vor sich hin wütenden Musik, erinnert mich phasenweise an die DEAD KENNEDYS, auch wenn die Texte der MINNELLIs weniger politische Schlagkraft haben, sondern sich eher um Skateboarding und Albernheiten im Leben von Kleinstadtpunks drehen.

Im Großen und Ganzen ein sehr erfrischendes Werk, das wahrscheinlich wieder viel zu wenig Leute hören werden. So bleibt am Ende, auch mit Blick auf den Handzettel, nur die Frage: Was soll man sich eigentlich unter einer „Fast-as-Fuck Skate-Core Attitüde“ vorstellen?

Wertung: (8 / 10)

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