Say Yes (ROK 2001)

sayyesAls Jeong-hyun (Kim Ju-hyuk, „Singles“) einen Verleger für sein Manuskript findet, kauft er spontan ein Auto und unternimmt mit seiner Frau, der Übersetzerin Yoon-hee (Choo Sang-mi, „The Wonder Years“), eine Reise ans Meer. Dabei machen sie die Bekanntschaft eines seltsamen Fremden (Park Jung-Hun, „Mr. Socrates“), der Yoon-hee an einer Raststätte erst aufdringlich beäugt und ihnen anschließend vor den Wagen läuft. Widerwillig nehmen sie ihn ein Stück des Weges mit, was er ihnen mit einer Todesdrohung dankt. Doch bei leeren Worten soll es nicht bleiben.

Kim Sung-Hongs („Teenage Coup“) düsterer Psycho-Thriller „Say Yes“ lehnt sich deutlich an US-Road Movie-Schocker wie „Hitcher – Der Highwaykiller“ an. Dass er dabei nie dessen knisternde Spannung erreicht, ist nur eines von vielen Versäumnissen des südkoreanischen Nachzüglers. Durch eine perfide Intrige bindet der Psychopath das junge Paar an sich und verstrickt es in ein mörderisches Katz- und Maus-Spiel. Das gipfelt in der Gefangennahme der Opfer, wobei Jeong-hyun unter deftiger Drangsalierung den Wunsch aussprechen soll, dass der Killer seine Gattin tötet.

Über die ersten 80 Minuten entspinnt sich ein konventioneller Thriller, der derart konstruiert und unglaubwürdig daher kommt, dass keine rechte Stimmung aufkommen will. Das Interesse hoch hält Park Jung-Hun, der einen Psychopathen nach Maß abgibt. Er allein jedoch genügt nicht, um die Schwächen des Plots zu kaschieren. Der kommt erst aus dem Knick, als die Geschichte eigentlich schon ihr Ende gefunden hat. Doch das Happy End ist ein Trugschluss. Was folgt ist ein brutal die zuvor so sorgsam gehegten Standarten beiseite räumendes Inferno der Gewalt.

Weniger gelungen als manche Wendung ist die lieblose deutsche Synchronisation, die mit Aussagen wie „Es interessiert mich nicht und es ist mir auch egal“ daherkommt. Schlussendlich bleibt „Say Yes“ hinter seinen Möglichkeiten zurück und überzeugt dramaturgisch wie schauspielerisch nicht auf ganzer Linie. Das Tempo bleibt verhalten, die einzige Überraschung bildet tatsächlich der rüde Schluss. Die drastischen – und hier einmal mehr eindringlichen – Finals beherrschen asiatische Filmemacher aus dem Effeff. Wenn doch nur der Vorlauf nicht oft so schematisch wäre.

Wertung: (5 / 10)

scroll to top