Satanic Surfers – Unconsciously Confined (2002, Bad Taste Records)

satanic-surfers-unconsciously-confinedHeroes Of Our Time…

Annähernd anderthalb Jahre musste die Welt ausharren. Doch jetzt ist es soweit – das neue SATANIC SURFERS-Album erreicht auch unsere Gefilde. Einigen (vielen) mag dies kräftig am Arsch vorbei gehen. Auch gut, für mich persönlich ist das Gefühl, eine neue SURFERS-Scheibe in der Hand zu halten und mit zitternden Fingern in den CD-Player zu legen, vergleichbar mit dem emotionalen Mikrokosmos eines kleinen Hosenscheißers zu Weihnachten beim Geschenkeauspacken. Wer das nachempfinden kann, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits beim ersten Hörgang von„Unconsciously Confined” in einen Zustand höchster Frohlockung verfallen. Denn gerade gemessen am Vorgänger „Fragments and Frictions”, der zeitgleich mit dem Wechsel der SURFERS von Burning Heart zurück zu Bad Taste einen Aufbruch zu weitaus individuellerer Stilistik einläutete, im Endeffekt aber trotz allem nicht voll zu überzeugen vermochte, machen die fünf Schweden einiges an Boden gut.

Fünf? Ja richtig, die Band hat Zuwachs bekommen, nachdem Sänger und Ex-Drummer Rodrigo verlauten ließ, er wolle zukünftig nur noch als Sänger fungieren. Martin heißt der neue Trommler der SATANIC SURFERS und dass der sein Handwerk versteht, davon konnte man sich ja bekanntermaßen bereits auf der diesjährigen Frühjahrs-Tour überzeugen. Wie dem auch sei, „Unconsciously Confined”, der nunmehr fünfte Longplayer bildet die konsequente Weiterentwicklung der mit „Fragments and Frictions” eingeschlagenen Richtung. Die ehemaligen Skate-Punk-Kids werden wohl langsam erwachsen und diesen Schritt der musikalischen Weiterentwicklung dürfte den SURFERS wohl auch niemand übel nehmen. Wenn auch der Tatsache zum Trotz, dass sich die Band kontinuierlich von der alten „Hero Of Our Time”-Schiene entfernt.

„…’Hero Of Our Time’ was a funny song back then but to play it today would be kind of lame…” – `Aim to please?`

Wie schon beim Vorgänger ist der Grundton des Albums geprägt von eigenwilliger Melancholie, auch wenn „Unconsciously Confined” weitaus melodischer daherkommt. Allerdings könnte dies auch der deutlich besseren Produktion zuzuschreiben sein, die dafür sorgt, dass die 13 Songs wesentlich frischer wirken (auf der anderen Seite sind SATANIC SURFERS wohl eine der wenigen Bands, bei denen wirklich kein Album klingt wie das andere). Musikalisch gibt es an diesem Album nichts auszusetzen, vielleicht mit Ausnahme der ziemlich drögen 08/15-Guitar-Line im ansonsten schwer hitverdächtigen „Sing-along Summer-Song”. Die Texte von Rodrigo, einst aufgrund ihrer hymnischen Eingängigkeit und den simplen, aber ehrlichen Inhalten begeisternd, sind ein wenig dezenter und reifer geworden, auch wenn sich deren Thematik im Verlaufe der 13-jährigen Bandgeschichte nur unmerklich verlagert hat.

„Unconsciously Confined” ist ein absolut überzeugendes und packendes SATANIC SURFERS-Album mit grandiosen Refrains, hohem Tempo (13 Songs in knapp 25 Minuten!!!) und gewohnt gutem Songwriting geworden. Ihren Fans mussten die sympathischen Schweden nie etwas beweisen. Nicht nur deshalb spricht die neue Platte eindeutig für sie! 

Wertung: (8 / 10)

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