Satanic Surfers – Going Nowhere fast (1999, Burning Heart Records)

Ein Titel, der in die Irre führt: „Going Nowhere Fast“. Denn eines sind die SATANIC SURFERS auf ihrem dritten Langspieler garantiert nicht – entschleunigt. Was die Schweden auf ihrer letzten Platte bei Burning Heart Records ablieferten, ist mit einem Wort als furios zu bezeichnen. Für 15 Titel – einschließlich instrumentalem Intro, Outro sowie abschließender, überraschend verspielter Rock’n’Roll-Huldigung – veranschlagt der Vierer, bei dem Sänger Rodrigo auf Konserve letztmalig am Schlagzeug Platz nahm, kaum eine halbe Stunde.

Der erste Hammer lässt in Form von „Worn Out Words“ nicht lange auf sich warten – politischer Inhalt inklusive. Das Tempo ist hoch, die Breaks sitzen wie ein Maßanzug und das rhythmische Fäusteschwingen nimmt spätestens beim packenden Refrain ekstatische Formen an. Die Grundierung im Hardcore bleibt wiederum durchweg erkennbar, im Gegensatz zum direkten Vorgänger „666 Motor Inn“ wirkt das instrumentale Gesamtkonstrukt jedoch vielseitiger und runder. Um das angesichts der überschaubaren Dimensionierung der meisten Beiträge vollends erkennen zu können, muss man sich allerdings ein wenig intensiver mit „Going Nowhere Fast“ auseinandersetzen.

Für Fans des klassischen Punk-Sounds der ausgehenden Neunziger eine denkbar müßige Aufforderung. Auf ihrer 1999er-Tour zum Album – die Erinnerung schwelgt in die Zeche Carl nach Essen – wurden die seinerzeit aktuellen Songs mächtig abgefeiert. Als Mini-Manko kann der neuerlich nicht vollends überzeugende Sound bemüht werden. Der ist zwar kräftiger und klarer als auf „666 Motor Inn“, vor allem die Drums erscheinen streckenweise aber ein wenig blechern. Stören sollte das aber nicht weiter, denn der Mix aus kritischen und persönlichen Texten sorgt für einen bunten Strauß hehrer Botschaften mit gewohnt selbstreflexiver Ader (siehe „Out of Touch“ oder „That Song“) und im Angesicht von Schweden-Core-Evergreens wie „Wishing You Were Here“, „Blissfully Ignorant“, „The Ballad of Gonzo Babbleshit“ oder „Big Bad Wolf“ bleibt sowieso kein Grund für Kritik übrig. Ein waschechter Klassiker!

Wertung: (8,5 / 10)

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