Satanic Surfers – Back From Hell (2018, Mondo Macabre Records)

Mit ihrer ersten EP „Skate to Hell“ fuhren die SATANIC SURFERS 1993 zur Hölle. Knapp ein Vierteljahrhundert, sechs Langspieler und die 2015 vollzogene Reunion später schließt sich der Kreis mit ihrem Comeback-Album „Back From Hell“. Die Vorab-Single „The Usurper“, eine Abrechnung mit ATLAS LOSING GRIP, der mittlerweile aufgelösten Vorgänger-Combo von Sänger Rodrigo, ließ erahnen, wie sich der Klassiker präsentieren würde: laut, schnell und hart. Das klingt, gemessen an früheren Outputs der Schweden, nur bedingt nach Veränderung. Doch „Back From Hell“ ist trotz ausreichendem Anklang an den bewährten Skate-Sound früherer Tage eine SURFERS-Platte wie keine andere zuvor.

Beeindruckend ist insbesondere die rohe Energie, durch die der treibende Hardcore-Punk über zehn Tracks vorwärts gepeitscht wird. Der Sound, in der Vergangenheit nicht immer eine Stärke der Band, präsentiert sich dabei druckvoller denn je. Das Besondere: Statt Hymnenhaftigkeit im „Hero Of Our Time“-Duktus dominiert eine kräftig Ärsche tretende Rock’n’Roll-Attitüde, die dem streckenweise überraschend komplexen Brett mit Gitarrensoli und deutlichem Metal-Einschlag (einer der Hauptgründe: die Verpflichtung von Max Huddén, ebenfalls Ex-ATLAS LOSING GRIP) zusätzliche Tiefe verleiht. Der Erwartung stumpfer Wiederholung, dem repetitiven Wiederaufforsten vergangener „Fan-Favourites“, widerstrebt der Fünfer damit  konsequent.

Wenn die Scheibe eines ist, dann Ausdruck einer wiederentdeckten Spielfreude. Mit dem Unterschied, dass sich diese nicht in unverzüglich zündenden Hits manifestiert: Songs wie „Catch My Breath“, „All Gone to Shit“ oder „Ain’t No Ripper“ beanspruchen ein paar Anläufe mehr, um ihre Wirkung auszuspielen. Ihnen gegenüber stehen großartige Beiträge wie die ausladend über vier Minuten ausgebreiteten „Self-Medication“ (mit „U + I R 1“-Selbstzitat und Parallelen zum Sound der Burning-Heart-Ära) sowie „Madhouse“ (mit BAHA MEN-Zitat und politischer Färbung). Mit „Paying Tribute“ erweisen die SATANIC SURFERS zudem RICH KIDS ON LSD Ehre, die ihren Stil auf „Back From Hell“ deutlicher prägen als je zuvor. Beweisen mussten Rodrigo & Co. sicher niemandem mehr etwas. Dass sie es abseits des Weges des geringsten Widerstands trotzdem tun, macht diese Rückkehr aus der Hölle nur umso willkommener.

Wertung: (8 / 10)

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