Sartana – Bete um deinen Tod (I/D/F 1968)

sartanabetetodSartana ist einer der großen Namen des Italo-Westerns. Wie Django und Sabata ermunterte er zahlreiche Epigonen zur bleihaltigen Nachahmung. Mit der Rolle eng verbunden ist Gianni Garko („Der Teufel führt Regie“), der den smarten Revolvermann gleich sechsmal verkörperte. Im Original noch als Schurke eingeführt, wurde die Figur in der Wiederbelebung „Sartana – Bete um deinen Tod“ zum Good Guy erhoben. Und weil der einen würdigen Gegenspieler braucht darf William Berger („Heute ich… morgen Du!“) als Psychopath Lasky zu Hochform auflaufen. Einem solch illustren Treiben darf natürlich auch Klaus Kinski nicht fern bleiben, weshalb er in einer sehenswerten Nebenrolle den Killer gibt.

Trotz deutlicher Übervorteilung der Actionszenen gibt sich die Geschichte komplex: Im Auftrag des mexikanischen Rädelsführers Mendoza (Fernando Sancho, „Django – Nur der Colt war sein Freund“) überfallen seine Handlanger einen Goldtransport. Für den interessiert sich auch Lasky, so dass der Schatz kurz nach dem Raub erneut den Besitzer wechselt. Die Fäden aber ziehen die korrupten Bankiers Stewal (Sydney Chaplin, „Der Clan der Sizilianer“) und Halman (Gianni Rizzo, „Sabata“), die wiederum in geschäftlichem Kontakt zu Mendoza stehen. Während die beteiligten Parteien versuchen sich das Gold streitig zu machen stiftet Sartana an allen Fronten reichlich Unheil.

Die spielfreudige Besetzung und eine temporeiche Inszenierung sorgen für Kurzweil. Die Geschichte verkommt zur Nebensache und geht im hohen Komparsenverschleiß ein ums andere Mal gänzlich unter. Fehlender Zusammenhang wird durch knackige Schießereien wett gemacht. Das dabei ohnehin mehr Schüsse als Worte gewechselt werden sollte nicht weiter überraschen. Und weil Lasky immer neues Gefolge um sich schart ist auch für ausreichend im regen Kugelhagel krepierendes Kanonenfutter gesorgt. Einen nicht unerheblichen Beitrag zum hohen Unterhaltungswert trägt die Lässigkeit Sartanas bei. Der gewitzte Scharfschütze ist neben Leichenbergen auch für trockene Scherze gut. Die zynische Grimmigkeit etwaiger Genrekollegen scheint ihm fremd.

Den prägendsten Eindruck hinterlässt William Berger. Als eiskalter Gauner Lasky verteilt er laufende Meter Kugeln ins Hirn und lichtet die Reihen der eigenen Kumpane zwecks Maximierung des Eigengewinns auch schon mal selbst – mit dem Maschinengewehr. Das er dabei herrlich übertrieben zu Werke geht potenziert das Vergnügen des munteren Massensterbens nur mehr. Regie führte Gianfranco Parolini, der auch die Trilogie um Sabata drehte. Sein Einsatz bringt wahrlich kein Meisterwerk hervor. Dennoch ist „Sartana – Bete um deinen Tod“ von der coolen Einführung bis zum Showdown in der Sargmacherei ein schnörkelloser Action-Western, der dank unterschwelliger Selbstironie blendend zu unterhalten weiß.

Wertung: (7 / 10)

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