Saosin – Saosin (2006, Captiol Records)

saosin-saosinDa ist er endlich, der erste Longplayer der Mannen aus Newport Beach, Kalifornien. Nicht wenige haben der selbstbetitelten Veröffentlichung von SAOSIN entgegengefiebert, die dieser Tage durch Auftritte im Rahmen der „Taste Of Chaos“-Tour begleitet wird. Nach zwei EPs, einem Besetzungswechsel der Güteklasse A (Sänger weg) und einigen Tourkilometern auf dem Buckel jetzt also die erste Platte – und die direkt bei einem Major. Werbeunterstützung durch Yahoo! und Youtube sollten ihr Nötigstes dazutun, umfassend auf SAOSIN aufmerksam zu machen. Dazu kommen mehr als 200.000 Myspace-Freunde, Tendenz täglich steigend, die die Erfolgsgeschichte der Band bis hierher hauptsächlich zu verantworten hatten.

Und die Musik? Man merkt, dass es sich um eine Veröffentlichung eines Major-Labels handelt. Die Produktion ist glatt, druckvoll und die beeindruckende Stimme von Sänger Cove Reber steht eindeutig im Vordergrund. Die Songs der vorherigen, ebenfalls selbstbetitelten EP „Bury Your Head“, „Sleepers“ (dort unter dem Namen „I Wanna Hear Another Fast Song“) und „I Never Wanted To“ (vorher „New Angel“) erscheinen in deutlich fülligerem Soundgewand, akzentuiert durch neue Mehrstimmigkeiten in ansprechender Verpackung. Die erste Single „Voices“ ist dabei zu Recht ausgekoppelt worden, es handelt sich hier um den Höhepunkt eines mit hoher Hitdichte ausgestatteten Albums, wobei sich der Begriff „Hit“ eher an der Radio- und Diskothekentauglichkeit orientiert.

Im Vergleich zu ersten EP „Translating the Name“, damals noch mit Ex-Sänger Anthony Green (CIRCA SURVIVE), geht es bei SAOSIN längst nicht mehr so ungestüm zur Sache. Melodie, Kompaktheit und – wenn man es so will – Endverbraucherorientierung stehen mittlerweile im Vordergrund, was zu einem Album ohne größere Ausfälle führt. Wahrscheinlich aber auch zu einem, das nach mehreren Durchläufen an Energie verliert, das zwar hohen Wiedererkennungswert garantiert, dem aber über die Runden die Puste auszugehen droht. Warten wir es ab, bis jetzt macht es jedoch Spaß. Bei der Import-Version gibt es im Übrigen eine 30-minütige Dokumentation zur Entstehung des Albums inklusive diverser Interviews. Value for money, zugreifen lohnt.

Wertung: (7,5 / 10)

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